Montag, 17. Mai 2021
21.04.2021 09:22
Forschung

Schweizer Rübenanbau retten

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: lid

In der Westschweiz ist es letztes Jahr wegen viröser Vergilbung zu Ertragsverlusten von bis zu 50 Prozent gekommen. Grund dafür ist offenbar der fehlende Schutz, der nicht mehr zugelassenen neonicotinoidhaltigen Saatgutbeizung mit Gaucho. Ein Forschungsnetzwerk soll nun alternative Bekämpfungsmassnahmen ausfindig machen.

Während 25 Jahren wurden die Zuckerrüben in der Schweiz mit einer neonicotinoidhaltigen Saatgutbeizung vor der durch die grüne Blattlaus übertragenen virösen Vergilbung geschützt.

Anbaubereitschaft stark rückläufig

Seit zwei Jahren gilt ein europaweites Verbot für Neonicotinoide. Im Herbst letztes Jahr seien westlich von Solothurn viele Felder aufgrund der virösen Vergilbung gelb geworden und die betroffenen Landwirte hätten hohe finanzielle Verluste in Kauf nehmen müssen, teilt die Schweizer Zucker AG mit.

Die Anbaubereitschaft sei zudem auch durch weitere Krankheiten in der Schweiz stark rückläufig, im aktuellen Anbaujahr würden 1545 Hektaren weniger Rüben angebaut. Um dem Problem Herr zu werden, hat das Bundesamt für Landwirtschaft Forschungsgelder zur Erarbeitung von Bekämpfungsmassnahmen gesprochen.

Bekämpfungsstrategien gegen Blattlaus

Die Fachstelle für Zuckerrübenbau, die Forschungsinstitutionen Agroscope, die Hochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) sowie die kantonalen Pflanzenschutzfachstellen haben nun gemeinsam ein Forschungsnetzwerk zur Rettung des schweizerischen Rübenanbaus gegründet.

Das Forschungsnetzwerk soll nun Lösungen für die grossen Herausforderungen des Zuckerrübenanbaues entwickeln.Unter anderem soll nun an Bekämpfungsstrategien gegen die Blattlaus als wichtigste Überträgerin der virösen Vergilbung und gegen eine Zikade, die eine bakterielle Vergilbung verbreitet, geforscht werden. Daneben sollen auch Pilz-Krankheiten untersucht werden.

Ein weiterer Themenblock enthalte Forschungsprojekte zur Herbizidreduktion respektive zum herbizidlosen Anbau. Dabei würden beispielsweise Hackroboter getestet. Abgesehen von diesen mittel- bis langfristigen Forschungsschwerpunkten habe die Fachstelle für Zuckerrübenbau ausserdem die offizielle Sortenprüfung stark ausgebaut und forscht nu zusammen mit Agroscope an virusresistenten Zuckerrübensorten.

Mehr zum Thema
Pflanzen

Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) für die kommende Vermarktungssaison 2021/22 gegenüber dem Vorjahr mit einem Flächenminus von 3 % bis 5 %. - Mike Bauert Die Landwirte in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden…

Pflanzen

Zahlreiche Fungizide und Insektizide erhalten in der EU eine «Gnadenfrist». - Syngenta Die Europäische Kommission hat die Zulassung zahlreicher Pflanzenschutzmittelwirkstoffe wenige Monate vor Ablauf um ein Jahr verlängert.  Der Brüsseler…

Pflanzen

Die Nachfrage nach Schweizer Rapsöl bleibt auf einem konstant hohen Niveau. - Verein Schweizer RapsölDie Vertragsmenge bei den Sonnenblumen nimmt zwar leicht zu, die Zuteilungsmengen sind aber limitiert. - Anna-Katharina…

Pflanzen

Der Humusaufbau im Boden soll gefördert und die Fortschritte gezielter überwacht werden. - zvg Die im Parlament verabschiedete Parlamentarische Initiative, die unter anderem einen Absenkpfad vorsieht und nun vom Bundesrat zum…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE