18.05.2014 13:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Pflanzenschutz
Umweltverbände fordern eine Abgabe auf Pestizide
Mehrere Umweltorganisation fordern eine Abgabe auf Pestizide in der Schweiz. Damit wollen sie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eindämmen. Die Verbände verweisen auf positive Erfahrungen in anderen Ländern.

In Dänemark und Norwegen würden seit Jahren erfolgreich Lenkungsabgaben auf Pestizide erhoben, teilten mehrere Umweltorganisationen - darunter der WWF Schweiz sowie Greenpeace - am Sonntag mit.

Mit der geforderten Steuer wollen die Verbände ein Marktversagen beheben, das in ihren Augen besteht: «Während die Verursachenden die Umweltressourcen kostenlos nutzen und schädigen, fallen die langfristigen Kosten bei der Schweizer Bevölkerung an», wird Daniela Hoffmann, WWF-Projektleiterin Landwirtschaft und Biodiversität, im Communiqué zitiert.

Wie hoch die Kosten für die Allgemeinheit ausfallen, wollten WWF und Greenpeace zusammen mit Pro Natura und dem Schweizer Vogelschutz herausfinden. Sie beauftragten das Forschungs- und Beratungsbüro Infras mit einer Studie.Jährliche Kosten von 50 bis 100 Millionen. Gemäss der Studie, über die auch die «NZZ am Sonntag» berichtete, belaufen sich die von Pestiziden verursachten Kosten für die Schweizer Volkswirtschaft auf 50 bis 100 Millionen Franken pro Jahr. Aus Mangel an Daten aus der Schweiz stützt sich die Studie allerdings unter anderem bei den Gesundheitskosten auf Zahlen aus dem Ausland.

Und die Gesundheitskosten sind gemäss der Infras-Studie auch der grösste Posten bei den volkswirtschaftlichen Kosten der Pestizide: Zusammen mit den Schäden am Ökosystem belaufen sie sich auf 25 bis 75 Millionen Franken pro Jahr. Die bereits bestehenden Regulierungskosten auf nationaler und kantonaler Ebene betragen zudem gemäss Studie 20 Millionen Franken pro Jahr. In der Studie werden keine Angaben zum volkswirtschaftlichen Nutzen des Pestizid-Einsatzes gemacht.

Im März dieses Jahres wurde eine vom Bund in Auftrag gegebene Studie zum Pestizid-Gehalt der Schweizer Flüsse veröffentlicht. Die Forscher fanden über 100 verschiedene Pestizide. Eine Beeinträchtigung der Organismen in den Gewässern könne nicht ausgeschlossen werden, hiess es in der Studie.

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