2.12.2016 15:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
VS: Schlimme Rebkrankheit entdeckt
Im Wallis ist erstmals die Rebenkrankheit Goldgelbe Vergilbung aufgetreten. Die betroffenen Rebstöcke müssen ausgerissen und vernichtet werden. Die Walliser Behörden haben Massnahmen eingeleitet, um die Krankheit wieder auszurotten.

Bisher war die Goldgelbe Vergilbung, die als schlimmste bekannte Rebkrankheit in Europa gilt, erst im Tessin seit 2004 und in den Waadtländer Gemeinden Blonay und La Tour de Peilz seit letztem Jahr bekannt. Ende Oktober wurde sie nun im Rahmen der phytosanitarischen Überwachung der Reben durch die Dienststelle für Landwirtschaft auch im Wallis entdeckt, wie aus einer Mitteilung der Stelle vom Freitag hervorgeht.

Krankheit kann nicht behandelt werden

Die auf 45 verdächtigen Rebstöcken in 19 verschiedenen Parzellen im Zentralwallis vorgenommenen Analysen im Labor der Forschungsanstalt Agroscope in Changins bestätigten die Präsenz der Krankheit bei zwei Proben der Sorte Chasselas in Fully. Der Herd der Krankheit konnte zunächst nicht festgestellt worden, aber das nachweisliche Auftreten der Goldgelben Vergilbung erfordere sofort und ab 2017 systematischer eine Serie obligatorischer Massnahmen mit dem Ziel, die Krankheit vollständig auszurotten.

Die Rebkrankheit kann nicht behandelt werden. Daher sind die Bekämpfungsmassnahmen vorbeugend oder indirekt. Konkret müssen die betroffenen Reben ausgerissen und vernichtet werden. Zudem werden in den Perimetern, in denen die Krankheit auftritt, die Setzlinge mittels Thermotherapie behandelt. Die Goldgelbe Vergilbung ist eine Krankheit, die durch Mikroorganismen verursacht wird und durch Verhinderung der Saftzirkulation zum teilweisen und vollständigen Absterben der befallenen Reben führt.

Krankheit wird von Insekt übertragen

Die Krankheit wurde aufgrund der Vorgaben der Bundesverordnung über den Pflanzenschutz als Quarantänekrankheit mit einer obligatorischen Meldepflicht klassifiziert. In den Weinbergen wird die Goldgelbe Vergilbung durch ein Insekt von Rebe zu Rebe übertragen. Dieses Insekt war erstmals 2013 im Zentralwallis eingefangen worden, wo es bis heute in einer relativ geringen Dichte präsent ist. Die Verwendung von kontaminiertem Pflanzenmaterial wie Setzlingen, Schösslingen oder Unterlagen ist der Hauptfaktor der Ausweitung der Krankheit von einer Region zur anderen.

Eine andere Gelbverfärbung, Schwarzholzkrankheit genannt, ist weniger gefährlich und im Wallis seit 1991 bekannt. Sie führt zu den selben Symptomen wie die Goldgelbe Vergilbung und kann die Symptome dieser Krankheit überdecken. Daher ist eine Laboranalyse zur Bestätigung der für die Reben gefährlichen Krankheit nötig.

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