22.05.2020 16:51
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Dünger
Warum Düngen keine exakte Wissenschaft ist
In der Botschaft zur AP22+ wird vorgeschlagen, dass der Einsatz von tierischem Dünger reduziert werden soll. Was nach einer einfachen und wirksamen Massnahme klingt, ist für viele Landwirte ein grosses Problem.

Unser Ökosystem leidet unter einem Stickstoff-Überfluss. Gemäss Agrarbericht 2016 des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) sind daran vor allem importierte Mineraldünger und Futtermittel, also indirekt Gülle und Mist, Schuld daran. Schon seit Jahren verlangt die Politik von der Landwirtschaft, dass sie ihre Stickstoffeffizienz verbessert, doch wurden unter dem Strich in den letzten Jahren kaum Verbesserungen erreicht.

Vor allem die Trinkwasserinitiative, welche den Import von Futtermitteln reduzieren will, hat viel Dynamik in die politischen Diskussionen hereingebracht. Als Folge ist nun ein Absenkpfad von 10 Prozent weniger Stickstoffüberschüssen bis 2025 und 20 Prozent bis 2030 verpflichtend vorgesehen. Um dies zu erreichen, sieht der Bundesrat in der Anfang Jahr vorgestellten Botschaft zur AP22+ unter anderem die Reduktion des Einsatzes von tierischem Dünger.

Für viele Milchvieh- und Rindermastbetriebe ein grosses Problem. Dies vor allem, weil die Düngeaufnahmefähigkeit in der Schweiz sehr unterschiedlich ist. Was gewisse Böden problemlos vertragen, führt andernorts zu grossen Problemen. Deshalb greife eine generelle Vorschrift zur Düngerreduktion zu kurz, kritisieren die Schweizer Landwirte. Sie möchten lieber vermehrt auf technische Hilfsmittel zur Stickstoff-Reduktion setzen.

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