2.10.2016 14:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Direktsaat
Weniger Direktsaat ohne Glyphosat
Ein Verzicht auf den Herbizidwirkstoff Glyphosat hätte erhebliche Auswirkungen auf die Bewirtschaftungssysteme im deutschen Ackerbau.

Das geht aus einer Studie hervor, die unter Federführung von Michael Schulte am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen entstanden ist und deren Ergebnisse bei der 56. Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (GEWISOLA) in der vergangenen Woche in Bonn präsentiert wurden.

Die geringsten ökonomischen Nachteile hätte ein Glyphosatverzicht demnach in solchen Betrieben, die regelmäßig pflügen. Von einem wesentlich höheren Kostenanstieg wären hingegen Landwirte betroffen, die eine konservierende Bodenbearbeitung fahren. Die Göttinger Agrarökonomen gehen davon aus, dass ohne Glyphosat mittelfristig die reine Mulchsaat zurückgedrängt und an ihre Stelle der situative Pflugeinsatz treten würde. Damit würde zugleich die Erosionsgefährdung ebenso zunehmen wie negative Effekte durch Starkregenereignisse.

Laut der Studie hätte ein Wegfall von Glyphosat in jedem Fall ökonomische Nachteile zur Folge, wenngleich die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit je nach Fruchtfolge und Bearbeitungsregime unterschiedlich hoch ausfallen würden. Die Wissenschaftler kommen außerdem zum Ergebnis, dass die Kosten für die bei einem Glyphosatverzicht notwendigen Anpassungen in Ostdeutschland als der Region mit einem überdurchschnittlichen Glyphosateinsatz tendenziell geringer ausfallen würden als in anderen Regionen. Zurückgeführt wird das auf niedrigere Maschinenkosten und günstigere Einkaufspreise für alternative Herbizide aufgrund der größeren Einkaufsmengen je Betrieb.

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