13.08.2020 15:10
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Forschung
Weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt
Die Agroscope hat eine Studie zum Einsatz und Risiko von Pflanzenschutzmitteln herausgegeben. Fazit: Pflanzenschutzmittel wurden in den letzten Jahren weniger eingesetzt, doch nicht nur die Menge bestimmt das Risiko für die Umwelt.

Ein umfangreiches Zulassungsverfahren und agrarpolitische Massnahmen haben das Ziel, sowohl die Einsatzmenge als auch die möglichen Risiken von Pflanzenschutzmitteln (PSM) zu senken. Agroscope hat nun detailliert analysiert, wie sich der PSM-Einsatz im Feldbau und das damit verbundene Risikopotenzial für Oberflächengewässer in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.

Seit 2009 erfassen dafür 300 Schweizer Betriebe ihre PSM-Einsätze pro Kultur. Daraus wurde der schweizweite PSM-Einsatz pro Kultur hochgerechnet. Mit einem Model liessen sich die Risiken für Oberflächengewässer berechnen.

Die Ergebnisse zeigen folgendes:

  • Zwischen 2009 und 2018 sind im Feldbau 328 bis 476 Tonnen Herbizide pro Jahr eingesetzt worden. Der Einsatz sank zwischen 2012 und 2018 um knapp 31 %.
  • 99 bis 146 Tonnen Fungizide pro Jahr wurden eingesetzt, der Einsatz sank zwischen 2009 und 2018 um 27 %.
  • Insektizide (Paraffinöl exklusive) sind häufig in viel kleineren Dosierungen als Herbizide und Fungizide wirksam und deshalb in viel kleineren Mengen eingesetzt worden. Der Einsatz schwankte ohne eindeutigen Trend.
  • Neben Veränderungen in der Zulassung der PSM und der Zunahme von Bio- und Extenso-Anbau (Verzicht auf Fungizide und Insektizide) war auch der Rückgang der gesamten Anbaufläche von Getreide ein Grund für die Abnahme der schweizweit eingesetzten Wirkstoffmenge im Feldbau.
  • Die flächengewichteten Risikopotentiale sind bei Herbiziden am grössten, gefolgt von den Insektiziden und zuletzt den Fungiziden.
  • Auflagen zur Risikominderung, die mit der Zulassung von PSM einhergehen, verringern das Risikopotential für Oberflächengewässer deutlich. Ohne Berücksichtigung der Auflagen nehmen die Risikopotentiale bei Fungiziden ab, bei Insektiziden zu und bei Herbiziden gibt es keine grossen Veränderungen.
  • Das Risikopotential für Oberflächengewässer hängt nicht direkt mit der eingesetzten Menge zusammen. Risikodominierende Wirkstoffe können trotz geringerem Einsatz ein grösseres Risikopotential haben als solche, die risikoärmer sind.
  • Ebenso kann die Wirkstoffwahl einen grossen Einfluss auf das Risikopotenzial haben. So war bei den Insektiziden 2014 ein starker Anstieg des Risikopotenzials im Vergleich zum Jahr 2013 zu verzeichnen. Grund dafür war die Zulassung eines Wirkstoffs zur Bekämpfung der Rapsglanzkäfer im Rapsanbau. Diese Zunahme konnte durch die Auflagen der Zulassung jedoch stark gemindert werden.

 

Fazit

 

  • Die Menge der schweizweit im Feldbau eingesetzten PSM und das Risikopotenzial für Oberflächengewässer nahmen in den letzten Jahren ab.
  • Die von der Zulassung verfügten Auflagen zur Risikominderung verringerten das Risikopotenzial für Oberflächengewässer teils deutlich.
  • Die Wirkstoffwahl hatte einen grossen Einfluss auf die Risikopotenziale, da Wirkstoffe ein unterschiedliches Verhalten in der Umwelt und eine unterschiedliche Ökotoxizität haben.
  • Eine gezielte Unterstützung der Betriebe hinsichtlich des Gebrauchs risikoärmerer Wirkstoffe kann einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Risikopotenzials bieten.

 

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