Sonntag, 29. November 2020
19.11.2020 14:36
Deutschland

Potential mehrjähriger Weizenlinien untersucht

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Von: AgE

Deutsche Versuche mit mehrjährigen Weizenlinien stellten einen deutlichen Ertragsrückgang im zweiten Jahr fest. Trotzdem sehen sie Potential, gerade für einen zweijährigen Anbau.

Erste Versuche zum Potential mehrjähriger Weizenlinien haben keine eindeutigen Resultate erbracht. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) berichtete, sehen die beteiligten Fachleute aber in speziellen Anbausystemen ein gewisses Potential für die mehrjährigen Sorten, obwohl die Erträge im zweiten Jahr deutlich abgefallen sind.

Wiederaustrieb wegen Trockenheit schwächer

Die durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanzierten Versuche fanden der Bundesanstalt zufolge in Bayern auf drei verschiedenen Grenzstandorten für Weizen statt.

Beim Anbau unter ökologischen Bedingungen hätten die Erträge der ausdauernden Linien im ersten Jahr bei maximal 17,5 dt/ha gelegen, bei guten Backqualitäten. Die einjährigen Vergleichssorten hätten knapp 20 dt/ha erreicht.

Im zweiten Jahr war der Wiederaustrieb der mehrjährigen Sorten nach Angaben der BLE allerdings durch die extreme Trockenheit deutlich schwächer als es Vorversuche erwarten ließen. Die Erträge der besten Sorten hätten bei nur noch 7 dt/ha gelegen. Zwei der fünf Linien seien durch die Trockenheit komplett ausgefallen; zwei weitere hätten erst im Frühjahr statt im Herbst wieder ausgetrieben.

Neben der Trockenheit habe auch eine starke Spätverunkrautung Probleme bereitet, so dass es im dritten Anbaujahr keine nennenswerten Erträge mehr gegeben habe.

Potential wäre vorhanden

Laut der BLE hat allerdings der Anbau der gleichen mehrjährigen Sorten in Luxemburg gezeigt, dass die Linien über grundsätzlich beachtliches Ertragspotential verfügen. Auf einem gut mit Wasser versorgten Standort seien im ersten Anbaujahr Erträge von bis zu 53 dt/ha erzielt worden. Jedoch sei der Standort im Winter überflutet worden, so dass im zweiten Jahr keine Erträge hätten ermittelt werden können.

Versuchsleiter Werner Vogt-Kaute sieht der BLE zufolge für mehrjährigen Weizen trotz der bescheidenen Erträge zumindest auf schwächeren Standorten ein gewisses Anbaupotential, auch im konventionellen Bereich. Dazu zählten beispielsweise kleine, ungünstig geschnittene Flächen, Erosionsschutzstreifen oder Permakultursysteme.

Da die Backqualität gut sei, seien auch keine Probleme bei der Vermarktung zu erwarten. Mit den verfügbaren Linien sei jedoch nur ein zweijähriger Anbau sinnvoll, schränkte Vogt-Kaute ein. Unerlässlich ist nach seiner Ansicht zudem eine niedrigwachsende Klee-Untersaat, um eine Spätverunkrautung nach der ersten Ernte zu vermeiden. Durch die Stickstoffbindung des Klees ließe sich zudem der Ertrag steigern.

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