Donnerstag, 28. Januar 2021
26.12.2020 12:48
Jahresrückblick (4/11)

Solidaritätswelle für Gemüseproduzenten

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Von: lid

Ein turbulentes Jahr, geprägt von der Coronakrise neigt sich dem Ende zu. Der richtige Moment für einen Rückblick. Wir lassen das Landwirtschaftsjahr in elf Teilen Revue passieren. Im vierten Teil schauen wir uns die Gemüseproduktion etwas genauer an.

Die Gemüseproduktion entwickelte sich 2020 generell sehr stabil, wobei wie jedes Jahr regionale Unterschiede vorhanden sind. Trotz verhältnismässig trockenem Winter startete die Saison gut. Im Frühling habe es teilweise ein bisschen viel Regen gegeben, wodurch im Freiland später angesetzt werden konnte, sagt Markus Waber vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP).

Das Sommerloch blieb aus 

Im Sommer gab es hingegen gegenüber dem Vorjahr weniger heisse und trockene Perioden. Ein übliches Sommerloch sei nicht entstanden, weil viele ihre Ferien zu Hause verbracht haben, so Waber. Der Konsum von Schweizer Gemüse blieb stabil bis dieser durch das Saisonende vieler Kulturen abnahm.

Die Covid-19-Situation hatte grossen Einfluss auf die Nachfrage von Schweizer Gemüse. Die Importmenge war im Frühjahr auf einem Rekordtief und blieb es bis ins Sommerende. Die Nachfrage nach Schweizer Gemüse habe sich zwangsläufig im Markt in den Detailhandel und in den Direktverkauf verlagert, da der Absatzkanal in die Gastronomie weggebrochen sei, erklärt Waber.

Gutes Zusammenspiel zwischen Handel und Produktion

So konnten im Frühjahr alle Schweizer Spargeln über die Direktvermarktung und den Detailhandel abgesetzt werden. «Das Zusammenspiel von Produktion und Handel funktionierte sehr gut und die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Schweizer Gemüse konnte jederzeit gewährleistet werden», so Markus Waber.

Ein schönes Beispiel dafür: Grössere Kaliber sind normalerweise für den Gastrokanal vorgesehen. Da dieser aber zum Ende der Lagergemüse-Saison immer noch sehr eingeschränkt funktionierte, konnte diese Ware über den Detailhandel verkauft werden. Auch die Wochenmärkte waren im Frühjahr vorübergehend geschlossen. Es mussten kurzfristig Alternativen gefunden werden.

«Sehr viel geleistet»

«Die Leute gingen direkt in den Hofladen oder bestellten Gemüseabos. Teilweise stellten geschlossene Restaurants den Gemüsegärtnern ihr Lokal als Verkaufsmöglichkeit zur Verfügung», so Waber. Die Gemüsegärtnerinnen und Gemüsegärtner leisteten in diesem Jahr sehr viel. Die Arbeitskräfte konnten mit einem zusätzlichen Effort in die Schweiz einreisen, aber auch auf das inländische Personal wurde kurzfristig gesetzt.

«Die Solidaritätswelle in der Schweizer Bevölkerung hat uns überwältigt», freut sich Markus Waber. Viele die einmal im Gemüsebau arbeiten wollten, konnten diese Erfahrung machen und stellten teilweise sehr schnell fest, dass sie dieser körperlich anstrengenden Arbeit nicht gewachsen sind.

Die Einhaltung und Umsetzung der Schutzkonzepte sorgte für die Produzenten für einen Mehraufwand. Trotz aller Herausforderungen, konnten die Betriebe viele neue Erfahrungen sammeln und können generell auf eine gute Saison zurückblicken.

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