15.04.2018 06:07
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Hanf
«35 Bauern bauen 50 ha Lebensmittelhanf an»
Die AlpenPionierAG, welche in Zusammenarbeit mit Landwirten Lebensmittelhanf anbaut, will Produktion vervierfachen. Letztes Jahr seien 12 Hektaren Hanf von elf Bauern angebaut.

Ihr Crodwfounding war letztes Jahr in aller Munde. «Wir bringen Hanf als Lebensmittel wieder auf unsere Teller!» lautete der Slogan. Das Ziel: Hanf soll zurück in die Alpen, zurück auf den Teller und damit als alte europäische Kulturpflanze wieder Teil der täglichen Ernährung werden.  

Erfolgreiche Ernte

Die AlpenPionier AG wollte  in einer 45-tägigen Crowdfunding-Kampagne 120'000 Franken sammeln, um die Weiterentwicklung innovativer Produkte aus Lebensmittel-Hanf voranzutreiben. Schlussendlich kamen bei der Kampagne 82'000 Franken zusammen. Geld, das unter anderem in die Produktentwicklung investiert wurde.

«Wir konnten seit dem Crowdfounding die Hanfnüsse erfolgreich ernten, reinigen und einlagern», erzählt Emanuel Schütt, Mitglied der AlpenPionier AG. «Ein Teil der Ernte ist bereits zu Hanföl, Hanfpulver und Kinohanf, das sind geröstete und gesalzene Hanfnüsse, verarbeitet», fährt er fort.  

Angebaut wurde der Lebensmittelhanf letztes Jahr von elf Biobauern aus Graubünden, St.Gallen und Lichtenstein. Insgesamt wurde auf knapp 12 Hektaren Lebensmittelhanf kultiviert. Nun soll die Anbaufläche erweitert werden. «Das Ziel für dieses Jahr sind 50 Hektaren», betont Schütt. 

Alle sind Biobauern

Nicht nur die Fläche, sondern auch die Produzentenzahl steigt. 35 Bauern, alles Bio-Suisse-Produzenten, sollen die Lebensmittelhanfproduktion sichern. Die Konsumenten würden vermehrt nachhaltige Produkte verlangen, welche regional und transparent produziert würden.

«Die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen ist stark gestiegen. Hanf besitzt ein ideales Aminosäureprofil für die menschliche Ernährung, alle essentiellen Aminosäuren sind enthalten», sagt Schütt. Dementsprechend hoch schätze er das Potenzial von Lebensmittelhanf ein. 

Erträge steigern

Mit dem Hanf hätten die Landwirte eine robuste Kultur, welche gut in die Fruchtfolge passe und  gute Erträge an Öl und Protein liefere. Punkto Erträge sei allerdings  noch Potenzial nach oben.

«Lebensmittelhanf  steht züchterisch noch am Anfang», meint Schütt. Ein besonderes Augenmerk sei nun auf eine einheitliche Reifung und höhere Erträge gerichtet.

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