31.01.2019 16:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Obst
Alte Quittensorten entdeckt
Bei der Erfassung alter Quittenbäume in der Schweiz ist der Verein Fructus auf mehrere bisher unbekannte Sorten gestossen. Eine davon scheint resistent gegen die Quittenblattbräune zu sein.

Sie stehen oft in privaten Gärten und bei ihren Besitzern für ihre Früchte hoch im Kurs: 174 alte Quittenbäume hat der Verein «Fructus» zur Förderung alter Obstsorten schweizweit erfasst. Ein Einzelbaum in Gyrenbad bei Turbenthal ZH stellte sich als womöglich resistent gegen die Pilzkrankheit Quittenblattbräune heraus, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. Diese bisher unbekannte Sorte erhielt den Namen «Gyrenbader Quitte».

Über 100 Jahre alt

Ebenfalls neu entdeckt wurden 21 Bäume, darunter einige über 100 Jahre alt, die gemäss DNA-Analysen an Blattproben das gleiche Genprofil aufwiesen. Weil mehrere davon im Baselbiet stehen, gab Fructus ihnen den Namen «Basilea». Sechs weitere bisher namenlose Sorten wurden bei der Erfassung entdeckt und nach ihren jeweiligen Fundorten benannt, zum Beispiel Fontaines-sur-Grandson, Effretiker oder Thuner Quitte.

Für die Erfassung alter Quittensorten rief Fructus die Bevölkerung auf, alte Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 1,3 Metern zu melden. Diese sind in der Regel über 70 Jahre alt. Über 200 Meldungen solcher Quittenbäume gingen ein, 174 davon hatten tatsächlich den gefragten Stammumfang, schrieb der Verein. Mittels DNA-Analysen identifizierten die Projektverantwortlichen 14 verschiedene Sorten. Die grosse Mehrheit gehörte zu bereits bekannten alten Sorten wie Vranja oder Konstantinopler.

Krankheitsrobuste Sorten


Die Inventarisierung, die der Verein mit Unterstützung des Bundesamts für Landwirtschaft durchführte, sollte insbesondere alte Bäume bisher unbekannter und möglichst krankheitsrobuster Sorten aufspüren. Aber sie brachte auch weitere interessante Erkenntnisse zur Quittenblattbräune: Diese stark verbreitete Pilzkrankheit betrifft demnach nur die Blätter und nur auf der Schattenseite des Baums. Man solle Quittenbäume daher nur an sonnigen Stellen im Freien pflanzen, schrieb Fructus.

Alle 14 entdeckten alten Sorten werden nun zwecks ihres Erhalts vermehrt und in zwei nationale Sortensammlungen gepflanzt. Die ersten Jungbäume der «Gyrenbader Quitte» könnten 2020 erhältlich sein, hiess es in der Mitteilung. Gegen die ebenfalls verbreitete Krankheit «Feuerbrand» scheint diese Sorte allerdings nicht immun zu sein.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE