Samstag, 23. Oktober 2021
17.09.2021 12:12
Gemüse

Anbau von Rosenkohl gefährdet

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Von: lid

Der Rosenkohlfläche hat bis 2018 stetig zugenommen. Doch dann gab es einen deutlichen Einbruch. Grund dafür sind fehlende Pflanzenschutzmittel, um kleine Fliegen zu bekämpfen. Nun wird nach Alternativen gesucht.


Der Rosenkohl ist eine Varietät des Gemüsekohls aus der Familie der Kreuzblütler. Erste Belege für den Anbau von Rosenkohl stammen aus dem Jahr 1587 in Brüssel. Den Nachweis findet man auch heute noch unter anderem im französischen und englischen Namen für Rosenkohl: «Choux de Bruxelles» respektive «Brussels sprouts».

Verzehr leicht gestiegen

Das Gemüse ist eine zweijährige Pflanze, die einen langen Stängel von gut einem halben Meter bildet, an dem die kleinen Röschen wachsen. Die Hauptanbauländer weltweit für Rosenkohl sind die Niederlande, Grossbritannien und Frankreich. In der Schweiz rangiert Rosenkohl zwar nicht unter den zehn beliebtesten Gemüse, der Konsum ist in den letzten Jahren dennoch eher gestiegen als gesunken.

2010 lag der Pro-Kopf-Konsum bei 200 Gramm – in den letzten beiden Jahren hat er sich bei etwa 260 Gramm eingependelt. Auch die hiesige Anbaufläche hat sich in den letzten Jahren entwickelt: 2010 wurde auf rund 55 Hektaren Rosenkohl angebaut, steigerte sich dann und erreichte 2017 und 2018 einen Höchststand von 93 Hektaren respektive 97 Hektaren.

Fliegen verbreiten sich rasant

Letztes Jahr gab es aber einen signifikanten Einbruch beim Schweizer Rosenkohlanbau: Nur noch rund 929 Tonnen Rosenkohl wurden hierzulande auf rund 66 Hektaren geerntet. Tatsächlich ist der Rosenkohlanbau in der Schweiz akut gefährdet: Weil verschiedene Pflanzenschutzmittel keine Zulassung mehr haben, haben sich Kohlfliege und insbesondere die Weisse Fliege rasant verbreitet.

Die Larven der Weissen Fliege saugen an den Pflanzen und scheiden unverdauten Zuckersaft – sogenannten Honigtau – aus, der die Rosenkohlröschen überzieht. Auf diesem klebrigen Belag siedeln sich Schwärzepilze an, welche die Pflanze schwarz färben und das Erntegut verunreinigen. Die Folgen sind Qualitätseinbussen und Ertragsausfälle und da Rosenkohl eine Pflanze mit sehr langer Kulturzeit ist, können die Weissen Fliegen mehrere Generationen bilden, was den Befallsdruck erhöht.

Die Rosenkohlproduzenten im Seeland erleiden wegen der Weissen Fliege finanzielle Einbussen.
zvg

Lösungen im Nacherntebereich

Zwar lässt sich der der sogenannte Russtau abwaschen oder abrüsten, gilt aber trotzdem als Qualitätsmangel und die Produzentinnen und Produzenten haben so Mühe den Rosenkohl abzusetzen.

Im Rahmen des «Aktionsplan Pflanzenschutzmittel» des Bundesamts für Landwirtschaft werden in Bezug auf die Kohlfliege und die Weisse Fliege Lösungen im Nacherntebereich gesucht, um die Qualitätsanforderungen der Abnehmer weiterhin zu erfüllen. Unter anderem sollen eine Rüstanlage für das automatische nachrüsten sowie eine Desinfektionseinheit und Trocknungsanlage für die Minimierung der Keimbelastung nach dem Waschvorgang entwickelt werden.

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