13.03.2014 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Obst
Apfelsorte Alant zur Schweizer Obstsorte des Jahres gekürt
Die Apfelsorte Alant ist Schweizer Obstsorte des Jahres 2014. Die rund 100-jährige Apfelsorte sei sehr robust gegenüber der Bakterienkrankheit Feuerbrand und zeige auch gegen die weltweit schlimmste Pilzkrankheit Schorf keine grosse Anfälligkeit.

Die Apfelsorte Alant ist am Donnerstag von der Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten Fructus in Ellighausen TG zur Obstsorte des Jahres gekürt worden, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) mitteilte. Diese Sorte stammt ursprünglich aus Gondiswil im Kanton Bern.

Hervorragender Mostapfel

Der Atlant hat in Versuchen an der Agroscope Wädenswil eine „aussergewöhnliche Robustheit“ gegen den Feuerbrand bewiesen, heisst es weiter. Auch gegen die Pilzkrankheit Schorf zeigte die Sorte keine grosse Anfälligkeit. Weniger gut ist die Robustheit allerdings beim Mehltau.

Die Vollblüte von Alant ist in der Mitte der Blütezeit, und die Erntezeit ist Mitte September. Der Baum wächst mittelstark und ist etwas alternanz- und mehltauanfällig. Qualitativ ist Alant ein guter Tafelapfel für die Selbstversorgung und ein „hervorragender Mostapfel“. Das mache ihn insbesondere für den Mostobstanbau auf traditionellen Hochstammbäumen interessant, schreibt das LID.

Pflanzaktion von IP-Suisse

Daneben sei der wertvolle Apfel als Elternsorte für das Züchtungsprogramm von Agroscope gleichsam zum Kronprinzen avanciert. Bereits sei Alant mit anderen Sorten gekreuzt worden, in der Hoffnung, dass er seine positiven Eigenschaften, insbesondere die Robustheit gegen Feuerbrand, an die nächste Genration weitervererbe.

Mit der Ernennung zur Sorte des Jahres will Fructus dazu beitragen, dass seltene, alte und gegen Krankheiten robuste Obstsorten nicht verschwinden, sondern wieder angepflanzt werden. Die Vermehrung der Sorte Alant durch Fructus wird zur Förderung der Biodiversität im Feldobstbau von IP-Suisse und Migros/Terra Suisse finanziell unterstützt. IP-Suisse organisiert im Herbst eine Pflanzaktion mit 500 Hochstammbäumen der robusten Schweizer Obstsorte des Jahres 2013.

Herkunft des Atlant

Der Ursprungsbaum stand bei der Familie Nyffeler in Gondiswil BE. Ihr Hof steht im Weiler «Untere Seilern» knapp 700 m ü M. Die Familie Nyffeler hatte diese selten gewordene Sorte damals bei der gesamtschweizerischen Inventarisierung alter Obstsorten gemeldet. Der rund 100-jährige Ursprungsbaum steht heute nicht mehr, er ist im Jahr 2008 einem Sturm zum Opfer gefallen. Auf dem Baum war noch eine andere Sorte veredelt, ein Süssapfel. Der Stamm des Baumes war im Alter hohl.

Früher standen in Gondiswil mehrere Bäume der Sorte Alant, aber auch diese sind offenbar verschwunden. Mindestens die Familie Nyffeler weiss von keinem noch existierenden alten Baum dieser Sorte. lid

Höhepunkt von Forschungsprojekt

Die Entdeckung und Rettung der Sorte Alant gilt als ein Höhepunkt des NAP-PGREL-Projektes (Nationaler Aktionsplan zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft) des Bundes, die im Auftrag von Fructus an der Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil laufen.

Es waren und sind laut LID insbesondere die Projekte «Inventarisierung der alten Obstsorten der Schweiz» 2000 bis 2005 sowie «Beschreibung von Obstgenressourcen» BEVOG, welches die über 2000 gesammelten Sorten prüft und beschreibt.

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