15.12.2015 09:42
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Freiburg
Aussergewöhnlich: Rüebliernte im Dezember
Die warme Witterung macht es möglich. Biobauer Kuno Werro aus dem freiburgischen Düdingen konnte in der Adventszeit 50 Tonnen Karotten ernten. Und er spart dazu tüchtig Geld.

Normalerweise wäre es um diese Jahreszeit deutlich kälter. Doch im Dezember 2015 ist im Mittelland nichts von Winter zu spüren. Und bereits der Herbst zeigte sich von seiner besten Seite. Doch ausbleibende Niederschläge wurden zur Gefahr für das Wintergetreide. Niederschläge sorgten im November für Entspannung.

Die milde und trockene Witterung im Herbst nutzten einige Bauern auch zu ihrem Vorteil aus. So wie der Freiburger Biobauer Kuno Werren. Seit 15 Jahren kultiviere er Rübeli, sagte der Düdinger in der Montagsausgabe der „Freiburger Nachrichten“. Doch noch nie habe er im Dezember Karotten ernten können. Die Risikobereitschaft hat sich für Werro ausbezahlt. Im Juli säte er auf einem abgeernteten Weizenfeld als Zwischenkultur Rüebli an. Dank der Nähe zum Schiffenensee konnte er das 2 Hektaren grosse Feld während des trockenen Herbsts bewässern.

Im Dezember folgte die Belohnung. Er konnte 50 Tonnen Rüebli ernten. Und Werro spart zwischen 5000 und 6000 Franken, weil er die Karotten nicht herunterkühlen muss. Statt mit 17 Grad wie in der Oktoberernte werden diese nun mit 4 bis 5 Grad aus dem Boden geholt. Nach der Ernte werden die Rüebli sofort gewaschen und abgepackt und an die Grossisten abgegeben.

Normalerweise werden Lagerkarotten zwischen Mitte September und Mitte November geerntet. Nur in ganz seltenen Fällen kann eine Rüebliernte im Dezember eingefahren werden. „Werro hatte grosses Glück, dass die Karotten noch gewachsen sind“, betont Thomas Wyssa, Gemüsebauer und Präsident der Gemüseproduzenten-Vereinigung Bern-Freiburg. Dazu benötige es gute Witterungsbedingungen.

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