25.05.2018 10:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Feldmann*
Unfallverhütung
Baumleitern jetzt kontrollieren
Wir stehen kurz vor der Kirschenernte und somit ist es höchste Zeit, sich um die Kontrolle und Pflege der Leitern zu kümmern um so Unfälle verhindern zu können. Hier finden Sie eine Anleitung zur Leiterkontrolle.

Leitern sind grundsätzlich ein gefährliches Hilfsmittel, dies belegen die vielen Unfälle. Nicht nur falsche Verwendung sondern die Ursache ist oft mangelnde Pflege und Wartung. 

Alle auf dem Betrieb verwendeten Holz- und Aluleitern müssen mindestens einmal jährlich oder immer nach einer starken Beanspruchung auf den sicheren Zustand überprüft werden. Um bei Leitern Schäden und Mängel feststellen zu können, muss ein Prüfplatz mit sehr guten Lichtverhältnissen gewählt werden.

Es empfiehlt sich immer systematisch und gleich vorzugehen, damit keine Lücken im Prüfprozess entstehen. Hilfreich ist die Führung einer Liste, auf der alle Leitern aufgeführt sind. Die Überprüfung ist schriftlich festzuhalten, für agriTOP-Betriebe im Handbuch, Register 3. 

Ablauf der Prüfung: 

Leiter an beiden Enden auflegen und mit 70 kg in der Mitte ruck- und schlagfrei belasten, anschliessend Leiter wenden und Belastung wiederholen. Bei Auszugleitern nur die Seite mit dem Auszugsstück belasten.

 

  • Sind die Holme nicht verzogen und weisen keine Risse oder Schlagstellen auf?
  • Sind die Sprossen nicht beschädigt und in den Holmen fest verbunden?
  • Sind alle Verschraubungen vorhanden und fest?
  • Sind die Sprossenanker in funktionsfähigem Zustand und nicht lose?
  • Verfügen Baumleitern über Spitzen und sind diese korrekt befestigt?
  • Sind bei Bockleitern Spreizsicherungen vorhanden und sind diese funktionsfähig?
  • Sind bei Schiebeleitern die Einfallhaken beidseitig in Ordnung?
  • Verfügt jede Baumleiter über zwei Stricke oder Spanngurte zur Sicherung?

 

Werden Beschädigungen festgestellt, müssen diese zwingend vor der Verwendung behoben werden. Reparaturen müssen professionell ausgeführt werden. Dies ist oft nur durch einen Fachmann möglich.

Kann eine Leiter nicht mehr repariert werden, muss sie umgehend entsorgt werden. Die Leiter ist in kleine Stücke zu zerlegen, so dass sie nicht mehr verwendet werden kann. 

Holz muss atmen können

Holzleitern dürfen nie mit einer deckenden Oelfarbe gestrichen werden, weil dadurch das Holz nicht mehr atmen kann und mögliche Risse nicht erkannt werden.

Rauhe Oberflächen an Holz- und Aluleitern können mit einem Schleifpapier beseitigt werden. Holzleitern dürfen mit einem atmungsaktiven Oel als Schutz eingestrichen werde. 

Keine direkte Sonneneinstrahlung

Vor der Lagerung sind Leitern zu reinigen und auf Schäden zu überprüfen. Der Aufbewahrungsort muss so gewählt werden, dass Leitern keiner direkten Sonneneinstrahlung und starken Witterungseinflüssen ausgesetzt sind.

Leitern werden grundsätzlich vertikal aufgehängt, dabei ist zu beachten, dass genügend Punkte zum Aufhängen zur Verfügung stehen, um ein Durchhängen zu verhindern. 

* Der Autor Heinz Feldmann arbeitet beim BUL als Sicherheitsfachmann und Leiterexperte

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