6.12.2013 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Biolandbau
Biobaumwolle: Gute Rentabilität trotz tieferer Erträge
Der Biobaumwollanbau in Indien kann gleich rentabel sein wie der von Gentechbaumwolle. Zwar bringt Biobaumwolle um 14 Prozent weniger Ertrag ein, doch auch die Produktionskosten liegen um 38 Prozent tiefer, wie eine Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) aufzeigt.

Das Ergebnis hänge jedoch stark von den Umweltbedingungen ab, namentlich vom Wetter, wie die Autoren im Online-Fachjournal «PLOS ONE» schreiben. Das FiBL-Team und die lokale Bauernvereinigung bioRe Association haben von 2007 bis 2010 die Erträge von Bio- und  GV-Baumwolle erhoben, teilte das FiBL am Donnerstag mit.

Die Biobaumwolle wurde im Versuch in Fruchtfolge mit Soja und Weizen angebaut, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Es zeigte sich, dass die Erträge von Soja und Weizen in der Bioproduktion ebenfalls um sieben respektive 15 Prozent tiefer ausfielen als bei der GV-Baumwolle.

Höhere Rentabilität bei Soja

Doch auch hier führten um 66 respektive 49 Prozent tiefere Produktionskosten zu einer Rentabilität, die beim Weizen mit den GV-Pflanzen vergleichbar war und beim Soja sogar leicht darüber lag. Die Kosten für chemische Dünger, Pestizide und gentechnisch verändertes Saatgut machen den konventionellen Baumwollanbau teuer.

Die Forscher schliessen daraus, dass Biobaumwolle mit weniger Kapital produziert werden kann. Dies könne die Abhängigkeit der Bauern, die meist Kleinbauern sind, von Krediten verringern und die Gefahr von Schulden reduzieren.

Gentechnisch veränderte Baumwolle (Bt-Baumwolle) wurde entwickelt, um den Pestizideinsatz zu reduzieren. Sie enthält ein Gift gegen den wichtigsten Baumwollschädling, den Baumwollkapselbohrer. In Indien wird zu mehr als 99 Prozent GV-Baumwolle angebaut, Bio-Baumwolle indes gemäss der globalen Statistik des FiBL nur 0,6 Prozent oder 111'000 Tonnen.

Höhere Bodenfruchtbarkeit

Weitere Forschung sei nötig, denn die publizierten Resultate wurden in der Umstellungsphase auf den Biolandbau erhoben, betonen die Autoren. Die nächsten Jahre müssten zeigen, wie der konventionelle und der biologische Baumwollanbau in punkto Ertrag und Auswirkungen auf Boden und Umwelt abschneiden.

Es sei denkbar, dass der Biolandbau dank steigender Bodenfruchtbarkeit im Laufe der Zeit produktiver wird. Solche Effekte seien in Europa und den USA bereits gemessen worden. Die Studie wurde im Rahmen des Projektes zu Systemvergleichen in den Tropen (SysCom) durchgeführt, das von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED), dem Coop Fonds für Nachhaltigkeit und der Biovision Stiftung für ökologische Entwicklung finanziert wird.

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