6.10.2016 11:58
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Trauben
CH-Trauben: Aldi statt Migros
Der Markt für Schweizer Tafeltrauben ist ein Nischenmarkt. Nur gerade 1 von 100 Trauben stammt aus dem Inland.

Seit Mitte September werden im Kanton Thurgau die Tafeltrauben geerntet. Die trockene und warme Witterung der vergangenen Wochen lasse dieses Jahr eine sehr gute Ernte von rund 40 Tonnen erwarten, sagt Bruno Hugentobler vom Verband der Thurgauer Tafeltraubenproduzenten (Thurta).

Ein Nischenmarkt

Tafeltrauben werden in der Schweiz in den Regionen Thurgau, Luzern und Wallis angebaut. Das weiss Roger Maeder von Swisscofel, dem Verband der Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhändler. Mit nur gerade einem Prozent Inlandanteil ist der Schweizer Tafeltraubenmarkt ein absoluter Nischenmarkt. Dabei zählen Trauben zu den beliebtesten Früchten der Schweizer. Jährlich werden laut Maeder 35'000 Tonnen davon importiert.

Bruno Hugentobler kennt den Grund, warum es die Schweizer Trauben im Markt so schwer haben: «Schweizer Tafeltrauben sind aufgrund des anspruchsvollen Anbaus rund doppelt so teuer wie die Importware.»

Migros steigt aus

Die Thurgauer Trauben werden grösstenteils über den Grossmarkt verkauft. Weitere Verkaufsstellen sind regionale Wochenmärkte und der Direktverkauf ab Hof. Die Migros Ostschweiz, welche zehn Jahre lang Thurgauer Tafeltrauben verkauft hat, nimmt das Produkt per 2017 aus den Regalen. «Weil der Umsatz nicht stimmt», weiss Hugentobler. Auch Coop sei wieder aus dem Markt mit einheimischen Trauben ausgestiegen.

Der Verband Thurta konnte dafür Aldi als neuen Absatzkanal gewinnen. Seit Montag werden die Schweizer Trauben in drei Verkaufsregionen des Detailhändlers angeboten. «Beim Produzentenpreis sind wir uns rasch einig geworden», freut sich Hugentobler. Trotz dem neuen Abnehmer sei Thurta nicht auf der Suche nach zusätzlichen Produzenten. «Der Schweizer Tafeltraubenmarkt bleibt ein kleiner Spezialitätenmarkt», betont der Obstfachmann.

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