3.10.2014 13:44
Quelle: schweizerbauer.ch - Jonas Ingold, lid
Obst
Das Gegenteil des Trends
Im Gegensatz zu den meisten Früchten können einheimische Quitten nicht roh gegessen werden. Doch gekocht schmeckt die uralte Frucht bestens.

Heute ist der Mensch oft unterwegs und hat dementsprechend nicht mehr allzu viel Zeit zum Kochen. In einer Zeit, in der Fertiggerichte boomen, ist die Quitte das Gegenteil des Trends. Wahrer "Slow Food" sozusagen. Denn roh direkt vom Baum schmeckt die Quitte (bis auf die Shirin-Quitte, die aber hierzulande nicht wächst) äusserst bitter und ist steinhart.

Bitterer Flaum

Die Zubereitung der Quitte kostet dementsprechend Zeit, die sich aber lohnt. Aus der Frucht lassen sich tolle Konfitüren herstellen, aber auch Gelée, Kompott, Saft oder Edelbrand werden aus der pelzigen Frucht produziert. Vor der Zubereitung muss darauf geachtet werden, dass der pelzige Flaum mit einem groben Geschirrtuch abgerieben wird, denn dieser schmeckt besonders bitter.

Vergleicht man die Quitte mit anderem Kernobst wie Äpfeln oder Birnen, so spielt sie nur eine marginale Rolle. Im letzten Jahr wurden Quitten auf nur gerade sechs Hektaren angebaut. Zum Vergleich: Kiwis werden auf rund 19 Hektaren geerntet.

Glücks-Symbol

Erstmals als Kulturpflanze angepflanzt wurde die Quitte wahrscheinlich vor mehr als 4'000 Jahren im Kaukasus. Die alten Griechen und Römer sahen in der Frucht ein Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit. Später war die Quitte die erste Frucht, aus der Konfitüre hergestellt wurde. Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Frucht zusammen mit Zucker zu Konfitüre eingekocht. Weil die Quitte auf Portugiesisch Marmelo heisst, entstand der Name Marmelade.

Tipp

Beim Kauf von Quitten sollte darauf geachtet werden, dass sie keine Druckstellen aufweisen, denn diese beginnen rasch zu faulen. Zudem ist es optimal, wenn die Frucht ein kräftiges Gelb aufweist. Quitten lassen sich bei zwei bis sieben Grad rund zwei Monate lang lagern.

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