Samstag, 10. April 2021
08.02.2021 07:50
Pflanzengeheimtipp

Die Erdverbundene mit Charakter

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Von: psr

Die regionale Winterküche hält mehr bereit als Rüebli und Rosenkohl. Viele der einst traditionell genutzten Sorten und Arten sind jedoch fast verschwunden. Mit dem Projekt «Saison-Lieblinge» stellt sie die Stiftung ProSpecieRara nun ins Rampenlicht. Wir stellen einige Pflanzensorten vor, die nicht bekannt, dafür umso besser sind. Geheimtipps für den Teller sozusagen.

Optisch kein ausgesprochener Hingucker, kann unser Winter-Liebling dafür mit inneren Werten und einer langen Familientradition punkten. Wer einmal eine aus der «Halblangen Turga» zubereitete Suppe geniessen durfte, wird sie lieben.

Unser Winter-Liebling hat eine ausgeprägte, ungewohnte Süsse mit einer nussigen Note, die einem positiv in Erinnerung bleibt. Aber auch als Ofengemüse, als Beigabe im Kartoffelstock oder gar als Süssspeise und nicht zu vergessen als Babybrei, macht sie sich bestens (siehe dazu unsere Rezepte).

«Halblang» als Qualitätsmerkmal

Die wilde Form der Pastinake bildet sehr lange, riesige Wurzeln aus. Das macht sie nicht nur im Anbau kompliziert, sondern bringt oftmals auch schwammiges Fleisch mit sich.

Deshalb wurde in der Zucht auf kürzere Wurzeln gesetzt. Der Namenszusatz «Halblange» ist also ein Qualitätsmerkmal, das die Pastinake auszeichnet.

Eine hoffentlich unendliche Geschichte

In den letzten Jahren hat sie es langsam wieder zurück in unser Bewusstsein geschafft. Dass sie überhaupt weg war, ist erstaunlich, ist die Pastinake doch eine der schon am längsten verwendeten Gemüsearten in Mitteleuropa.

Funde aus jungsteinzeitlichen Siedlungen am Bodensee belegen, dass sie bereits damals genutzt wurde. Unter dem Römischen Kaiser Tiberius (ca. 42 vor unserer Zeitrechnung bis 37 u. Z.) erlebte sie einen wahren Boom. Tiberius liess sie extra aus Germanien einführen, um seine Gäste bei Hofe zu verköstigen.

Um 1845 wird jedoch berichtet, dass die Pastinake mehr und mehr durch die Kartoffeln verdrängt wurde, bis sie schliesslich ab 1938 nicht mehr in der Anbaustatistik des Bundes auftaucht.

Tierisch beliebt

Verglichen mit Karotten haben Pastinaken einen viermal höheren Gehalt an Fasern, Kalium und Vitamin C und müssen nur halb solange gekocht werden bis sie weich sind. Im Frühling gesät, können Pastinaken im Spätherbst oder gar den ganzen Winter über frisch vom Beet geerntet werden – es sei denn, man hat Wühlmäuse im Garten.

Auch diese haben die Vorzüge von Pastinaken längst entdeckt. Die Pastinake «Halblange Turga» gibt es ungefähr von September bis Mai in ausgewählten Coop Supermärkten, in Hof- und Bioläden oder auf Wochenmärkten.

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