14.08.2018 10:25
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Gemüse
Die Ernte der Edlen beginnt
Die Erntezeit des knospigen Blütengemüses beginnt und damit auch das aufwendige Schälen zum genussvollen Herzstück. In der Schweiz wird die Artischocke bislang nur kleinflächig angebaut.
Die Artischocke wächst als kräftige Pflanze, deren Stängel Blütenstände bilden. Geerntet werden die knospigen Blütenstände von Anfang August bis Oktober. Beim optimalen Ernte-Zeitpunkt sind die Blütenköpfe noch verschlossen, grün und unreif. Wird dieser Zeitpunkt verpasst, reifen sie heran und zeigen eine violette Blüte.

Frostempfindlich und wärmeliebend

Der Artischocken-Verzehr ist mit Arbeit verbunden, aber der Aufwand lohnt sich. Nach der Ernte werden die ganzen Blütenköpfe im Wasser gesiedet, gebraten oder frittiert. Bevor schliesslich die fleischigen Teile der Hüllblätter gegessen werden können, gilt es den Blütenkopf zu schälen und das Herzstück von den Schuppenblättern zu befreien. Mit einer Vinaigrette schmecken Herz und Boden besonders gut. Das Herz ist eine kulinarische Delikatesse und wird meistens frisch gekocht oder eingelegt.

Die edle Artischocke war schon 500 v.Chr. als teure Spezialität bekannt. Bis zur französischen Revolution galt sie in den Gärten des französischen Landadels als Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart. Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum, wird aber inzwischen in vielen anderen Ländern angebaut, so auch in der Schweiz. Obschon sie frostempfindlich ist, kann sie bei uns gedeihen. Artischocken bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort und sollten ausreichend gewässert werden. Der Anbau in der Schweiz ist mit einer Fläche von 3,57 Hektaren sehr klein (Stand: 2017).

Gut für die Gesundheit

Die Artischocke findet in vielen Bereichen Verwendung, unter anderem in der Naturmedizin. Seit geraumer Zeit wird die Artischocke in der Volksmedizin zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Lebererkrankungen oder Arteriosklerose eingesetzt. Im Jahr 2003 wurde die Artischocke schliesslich zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Ihre Wirkung soll appetitanregend, verdauungsfördernd sowie cholesterinsenkend sein. Der enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an. 

Die Blätter der Pflanze werden oft für Säfte, Tees, Trockenextrakte und Tinkturen verwertet und weisen eine medizinische und diätetische Wirkung auf – dies vor allem dank dem Gehalt an Polyphenolen. Frischpflanzenextrakte aus Artischockenblätter entfalten ausserdem eine stoffwechselstimulierende Wirkung, was sich positiv auf die Allgemeingesundheit und das Wohlbefinden auswirken kann. Das wertvolle Heilmittel und nährstoffreiche Gemüse ist auch neben dem Teller als blühende Tischdekoration beliebt.
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