29.01.2014 09:47
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Salat
Die lichtscheue Delikatesse
Chicorée ist eine seltsame Pflanze. Während Menschen in der kühlen Jahreszeit jeden Sonnenschein zu erhaschen versuchen, liebt er es dunkel.

Licht und Wärme lassen den Chicorée verbittern. Deshalb wächst und gedeiht er im professionellen Anbau nicht auf offenem Feld, sondern in eigens dafür gebauten, völlig lichtdichten Räumen. Ob ein Chicorée-Zapfen während seinem Wachstum oder während der Lagerung zu viel Licht gesehen hat, kann man leicht an seiner Blattfarbe feststellen. Je dunkler das Grün der Blätter, desto grösser der Anteil an Bitterstoffen. Beim Kauf sollte der Spross leicht gelblich, höchstens aber zartgrün gefärbt sein.

Zu Orangen und Mandarinen

Doch auch ein optimal gefärbter Zapfen schmeckt leicht bitter. Dies sollte einen aber nicht davon abhalten, den Chicorée zu essen. Denn der darin enthaltene Bitterstoff Intybin stimuliert den Magen, die Milz und die Bauchspeicheldrüse. Und auch auf die Aktivität der Leber und Galle hat dieser Stoff eine positive Wirkung.

Tipp

Um den Bittergeschmack des Chicorée etwas zu mildern, legt man ihn vor der Verarbeitung für rund fünf Minuten in lauwarmes Wasser.

Mit gerade mal zehn Kilokalorien pro 100 Gramm ist er auch ein gerngesehener Gast in der leichten Küche. Und egal, ob kalt als Salat oder überbacken mit Käse, der Chicorée ist immer eine Bereicherung auf dem Teller.

Als Salat schmeckt der weissliche Zapfen übrigens doppelt so gut, wenn man ihn mit Orangen, Mandarinen, Bananen oder Trauben anreichert. Und wer mal was Neues ausprobieren will, kann den Chicorée anbraten und ihn mit Koriander oder Minze würzen und mit einigen Spritzern Orangensaft, Wermut oder Sherry-Essig abschmecken.

"Brüsseler"

Darüber, wie der Chicorée entdeckt wurde, gibt es verschiedene Versionen. Eine davon besagt, dass er zufällig gefunden wurde, als belgische Bauern im 19. Jahrhundert Zichorienwurzeln wegen einer grossen Ernte einlagerten und während des Winters die Knospen sprossen.

Obs stimmt, wird man wohl nie erfahren, fest steht aber auf jeden Fall, dass Chicorée aus Belgien stammt, weshalb er auch Brüsseler genannt wird. Und heute noch ist Belgien zusammen mit Frankreich und den Niederlanden einer der grössten Chicoréeproduzenten weltweit. Doch auch in der Schweiz gibt es einige Bauern, die Chicorée anpflanzen: Im Winterhalbjahr kann rund die Hälfte des Bedarfs mit Schweizer Ware gedeckt werden.

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