Donnerstag, 20. Januar 2022
24.11.2015 17:13
Obst

Die Schweiz hat 840 heimische Birnensorten

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Die «Schweizerhose» ist eine von 840 einzigartigen, in der Schweiz heimischen Birnensorten. Der Name dieser gestreiften Birne leitet sich vom Beinkleid der Schweizergarde in Rom ab.

Bekannter sind die Sorten «Kaiser Alexander» oder «Gute Luise», weniger berühmt sind die «Palmischbirne» oder die kleine und offenbar schmackhafte «Sept-en-geule». Wie sie gibt es in der Schweiz zahlreiche Birnensorten, die nur regional zu finden sind.

Viele regionale Sorten

In der Romandie wird vornehmlich die «Poire-à-Botzi» für die Herstellung des «vin cuit» verwendet. In der Zentralschweiz wird die «Theilersbirne» zu Birnendicksaft verarbeitet. Die Deutschschweizer «Herbstlängler», «Knollbirne» oder «Luzeiner Längler» hingegen sind in den anderen Landesteilen wenig bekannt. Aus ihnen wird noch immer nach altem Hausrezept die Birnenmasse für Schlorzifladen, Birewegge und Birrebrot hergestellt.

Agroscope hat in den vergangenen Jahren die Vielfalt der einheimischen Birnen unter die Lupe genommen, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Die Forschenden identifizierten mit Hilfe molekulargenetischer Analysen die beeindruckende Anzahl von 840 einzigartigen, in der Schweiz heimischen Birnensorten.

Alte Sorten für neue Leckereien

Ihre Arbeit dient einerseits der Erhaltung dieser ursprünglichen Vielfalt. Andererseits soll die Beschreibung der Sorten Grundlage für eine vermehrte Nutzung sein. Betreut wird diese Beschreibung von Fructus, der Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten.

Das Projekt dient jedoch auch der Wissenschaft: Die einst weit verbreiteten Hochstamm-Sorten «Gelbmöstler» und «Wasserbirne» werden wegen ihrer hohen Krankheitsanfälligkeit immer seltener angebaut. Die Forscher suchen daher nach robusten Alternativen. Sie untersuchen die Birnensorten aus dem Nationalen Inventar, um eine möglicherweise vorhandene Widerstandskraft gegenüber den gängigsten Krankheitserregern zu entdecken, wie Agroscope weiter mitteilte.

Europaweites Kooperations-Projekt

Viele alte und landwirtschaftlich genutzte Kultursorten entsprechen auch nicht mehr den heutigen Bedürfnissen des Anbaus oder des Marktes. Der Erhalt der Sortenvielfalt soll daher bei der Entwicklung neuer Produkte helfen.

Die Projekte werden im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (NAP-PGREL) umgesetzt. Es geht dabei um die Inventarisierung, Beschreibung, Erhaltung und nachhaltige Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen.

Aktuell läuft ergänzend ein europaweites Kooperations-Projekt für den internationalen Vergleich der Schweizer Birnensorten mit europäischen Nachbarländern.

Mehr zum Thema
Spezialkulturen

Mehr als drei Viertel der in Deutschland erzeugten Äpfel gingen laut Destatis zuletzt als Tafelobst in den Verkauf. - zvg Die Obstbauern in Deutschland haben im vergangenen Jahr eine leicht…

Spezialkulturen

Die ausgewählten Sorten schaffen es in die so genannte «Jury-Box». - Wesley Pacheco Calixto/ flickr 36 Cannabisproduzenten haben sich mit insgesamt 73 Cannabissorten für den CannaSwissCup, ein Wettbewerb um den…

Spezialkulturen

Durch verschiedene Gründe (Energiekostenexplosion, Engpässe bei Transportflugzeugen – man hat begonnen, mit Schiffen zu transportieren bei einer Transportdauer von 24 Tagen) ist es möglich, dass im Jahr 2022 deutlich weniger…

Spezialkulturen

Das robuste Gemüse gedeiht das ganze Jahr über: Winterportulak ist nämlich frosthart und kann sogar im Freien überwintern. - Pro Specie Rara Obwohl Portulak hierzulande stark in Vergessenheit geraten ist,…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE