3.08.2018 13:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Celina Wyss, lid
Gemüse
Die Vitaminbombe
Sie ist vielseitig geniessbar und tritt in zahlreichen Farben, Formen, Sorten und Schärfegraden auf. In der Schweiz ist die Peperoni erst seit Ende des zweiten Weltkrieges bekannt und wird bislang nur auf kleinen Flächen angebaut.

Der genaue Ursprung der Peperoni ist umstritten und liegt wahrscheinlich in Zentral- und Südamerika. Weil die Peperoni hohe Anforderungen an ihre Umwelt stellt, ist der Anbau in der Schweiz schwierig. 

19 Hektaren

Sie liebt sonnige, warme und windgeschützte Orte, deshalb wird sie bei uns vor allem in Gewächshäusern angepflanzt und kann von Juni bis Oktober geerntet werden. Die Anbaufläche von Peperoni ist in der Schweiz mit rund 19 Hektaren vergleichsweise klein. Laut der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau und Spezialkulturen wurden vergangenes Jahr 987,3 Tonnen Peperoni geerntet. Importiert wurden im Jahr 2017 36'590 Tonnen. 

Die kleinen, feurig-scharfen Geschwister heissen Peperoncini und werden in der Schweiz auf einer kleinen Fläche von rund 1,48 Hektaren angepflanzt. Ob die Peperoni zu den Früchten oder zum Gemüse gehört, ist umstritten. Bei uns wird sie grundsätzlich zum Gemüse gezählt. Die Schote wird jedoch oft als Frucht bezeichnet, obschon es sich botanisch gesehen um eine Beere handelt. Diese ist von klein und spitzig bis kegelförmig und rund in zahlreichen Formen und Grössen anzutreffen.

Farb- und Geschmacks-Unterschiede

Die Peperoni ist roh im Salat, grilliert oder gebacken auf viele Arten und Weisen geniessbar und ausserdem eine Vitaminbombe. Von allen Gemüsen ist sie das vitaminreichste und enthält als Einziges das Vitamin P, das den Kreislauf fördert. Weiter ist sie reich an Ballaststoffen und fördert die Verdauung.

Tipp: 

Bei der Verarbeitung von Peperoni zu Saucen und Suppen sollten keine säurehaltigen Zusätze, wie Wein oder Zitrone verwendet werden. Die Peperoni verliert dadurch ihre Farbe und wird bräunlich. Daher säurehaltige Zusätze erst kurz vor dem Servieren beifügen.

Die gelbe, die rote, die orangene Peperoni - alle waren einmal grün. Mit zunehmender Reife nimmt die grüne Peperoni, abhängig von der Sorte, bei uns meistens entweder die gelbe, die orangene oder die rote Farbe an. Es gibt auch Sorten, die über mehrere Farbstadien reifen, wie beispielsweise von grün nach gelb zu rot. Wird die Peperoni jedoch grün geerntet, behält sie ihre Farbe und reift nicht mehr nach.

Obschon die grünen Schoten oft unreif geerntet werden, haben sie viel Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, sowie B-Vitamine. Die grüne Peperoni hat ausserdem einen herb-würzigen Geschmack und enthält Bitterstoffe. Hingegen süsslich und fruchtig im Aroma schmeckt die gelbe Peperoni.
Die Süsseste und deshalb oft auch die Beliebteste von allen ist die orangene Peperoni. Sie verfügt über einen hohen Vitamin-C-Gehalt, so auch ihre rote Artgenossin. Diese ist besonders reich an Vitamin C.

Peperoni, Peperoncini, Paprika, Chili? 

Die vielen verschiedenen Namen für das farbenfrohe Gemüse stiften oft Verwirrung. Die Paprika (Capsicum) ist eine Pflanzengattung und gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Ihre Früchte finden vor allem als Gemüse und Gewürz Verwendung. Für viele Sorten dieser Gattung werden je nach Aussehen, Geschmack und Schärfe verschieden Namen, wie Chili, Peperoni, Peperoncini oder Spanischer Pfeffer verwendet. Der für die Schärfe verantwortliche Inhaltsstoff Capsaicin ist in fast allen Peperoni-Arten enthalten. So auch in unserer Gemüse-Peperoni, wobei die Schärfe sehr gering ist und nur von den wenigsten Menschen wahrgenommen wird. Unabhängig davon, ob die Peperoni scharf oder mild schmeckt, sie gehören alle zur selben Gattung. Die Verwendung der Namensbegriffe unterscheidet sich nur nach Region. In der Schweiz sprechen wir beim milden Gemüse von Peperoni und bei den kleinen, scharfen Gewürzpaprika von Peperoncini. In Deutschland ist vor allem Paprika für das milde Gemüse und Peperoni oder Chilischoten für die kleinen, scharfen Früchte üblich.

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