31.07.2018 09:39
Quelle: schweizerbauer.ch - Celina Wyss, lid
Mais
Diesen Mais essen auch wir
Gegrillter Zuckermais ist ein sommerlicher Genuss. Obschon man in der Schweiz immer wieder Maisfelder antrifft, ist der Zuckermais ein Nischengetreide. Denn bei uns wird hauptsächlich Futtermais angepflanzt, welcher an die Nutztiere verfüttert wird.

Heute gehört der Mais zu den am häufigsten angebauten Getreiden. In Europa wird mehrheitlich Futtermais kultiviert. Die USA gehören zu den wichtigsten und grössten Anbauländern von Zuckermais. Schon 3'000 v.Chr. wurde in Zentral- und Südamerika Mais angepflanzt. 

Mutation

Dieser diente damals ursprünglich als Futterpflanze. Im Jahr 1493 wurde die Maispflanze durch Christoph Kolumbus von Amerika nach Europa gebracht. Experten vermuten, dass der Zuckermais durch eine Mutation entstanden ist. Denn dieser ist erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. 

Die Maispflanze gehört zur Familie der Süssgräser und kann je nach Sorte bis zu 6 Meter hoch werden. An jeder Pflanze wächst mindestens ein Maiskolben, der ummantelt ist von bis zu 400 Körnern. Die Anzahl der Körner hängt vom Klima und der jeweiligen Sorte ab. Der Mais ist sehr nährstoffreich, enthält bis zu 72% Wasser und liefert hauptsächlich Kohlenhydrate. 

Zuckermais und Futtermais


Obschon der Futtermais essbar wäre, geniessen wir lieber den süssen Zuckermais. Der Futtermais wird als Tierfutter verarbeitet und ans Vieh verfüttert, während der Zuckermais bei uns im Teller landet. Obschon sich die beiden Maissorten optisch ähneln, unterscheiden sie sich in Geschmack und Korngrösse. Wie es der Name schon verrät, schmeckt der Zuckermais süss, da er Zucker enthält. Weil er schneller reift als der Futtermais ist der Erntezeitpunkt sehr wichtig. 

Wird er zu spät geerntet, verliert der Zuckermais seinen süsslichen Geschmack und schmeckt wie der mehlige Futtermais. Denn der Zucker wandelt sich mit zunehmender Lagerdauer in Stärke um. Der optimale Erntezeitpunkt lässt sich an den Barthaaren des Kolbens erkennen. Sobald sich diese bräunlich beginnen zu verfärben und langsam austrocknen, kann die süsse Maiskolbe geerntet werden.

Maisanbau in der Schweiz

Im 17. und 18. Jahrhundert war der Mais im St. Galler Rheintal (Rheintaler Ribelmais) die wichtigste Getreideart und nahm einen grossen Teil der Ackerbaufläche in Anspruch. Durch das feuchte und warme Klima gedeiht dieser dort optimal. Die Pflanze wurde damals vor allem als Speisemais angebaut. Daraus entstand eine eigene Mais-Kultur, von wo auch die Sorte Rheintaler Ribelmais ihren Ursprung hat. Später dehnte sich der Maisanbau in der Schweiz stark aus und die Maiszüchtung von Futtermais setzte ein. Der Anbau von Zuckermais beträgtungefähr 1% des gesamten Maisanbaus in der Schweiz. 

Wer selber Zuckermais anbauen möchte, kann dies problemlos tun. Wichtig ist dabei ein sonniger, windgeschützter Platz mit nährstoffreichem Boden. Die Sorten Mini-Mais bzw. Baby-Mais eignen sich besonders gut zum Anbau. Da Maispflanzen jedoch sehr kälteempfindlich sind, können diese in unseren Breitegraden nur im Frühling angesät werden. Die Erntezeit der Zuckermaiskolben reicht von August bis September.

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