Donnerstag, 28. Januar 2021
09.12.2020 08:00
Pflanzen

F: Anbau von Proteinpflanzen unterstützen

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Von: AgE

Die französische Regierung hat jetzt ihre Pläne zur Förderung des heimischen Proteinpflanzenanbaus konkretisiert. 

 Mit 100 Mio. Euro (107 Mio. Franken) aus dem Konjunkturprogramm „France Relance“ soll demnach im Rahmen eines „Eiweissplans“ der Anbau dieser Pflanzen innerhalb von zwei Jahren um 40 % ausgedehnt und bis zum Jahr 2030 verdoppelt werden. Gut die Hälfte der Mittel ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums zur Strukturierung der Branche vorgesehen; ausgebaut werden sollen beispielsweise Verarbeitungs- und Lagerkapazitäten sowie die Trocknungsmöglichkeiten für Futterleguminosen.

Jeweils 20 Mio. Euro (21 Mio. Franken) sollen in Investitionsbeihilfen für die Landwirte sowie in die Forschung und Entwicklung fliessen. Gefördert werden sollen die Anschaffung von Saatgut und spezieller Technik, ferner soll der Anbau wettbewerbsfähiger gemacht werden. Mit 7 Mio. Euro (7,5 Mio. Franken) will Paris Innovationen im Proteinsektor und der Züchtung auf die Sprünge helfen; die übrigen 3 Mio. Euro (3,2 Mio. Franken) sollen die Vermarktung von Hülsenfrüchten ankurbeln.

Medienberichten zufolge will Landwirtschaftsminister Julien Denormandie die Massnahmen zudem durch gekoppelte Beihilfen flankieren. „Frankreich ist das führende Agrarland in Europa. Unsere Abhängigkeit von Importen ist aber nach wie vor zu gross“, erklärte Denormandie. Die Agrar- und Ernährungswirtschaft müsse unabhängiger werden, was ohne die Entwicklung des heimischen Proteinpflanzenanbaus nicht möglich sei. Laut dem Pariser Agrarressort kann Frankreich seinen Bedarf an Proteinen in der Tierfütterung derzeit nur zu etwa 50 % aus eigener Kraft decken.

 Neben einer grösseren Unabhängigkeit von Importen verspricht sich die Regierung von ihrer Proteinstrategie auch neue Einkommensmöglichkeiten für die Landwirte durch den Anbau von Hülsenfrüchten für den menschlichen Verzehr. Daneben soll so auch die Artenvielfalt gefördert und der Düngerbedarf verringert werden.

Von den Branchenverbänden wurden die Pläne der Regierung begrüsst. Der Verband der Futtermittelhersteller (SNIA) sprach von einer ehrgeizigen Strategie mit dem Potential, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Umsetzung werde allerdings Zeit brauchen, da sowohl Forschung und Entwicklung als auch die Strukturen in der Verarbeitung auf einer wirtschaftlich tragfähigen Basis aufgebaut werden müssten. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden in Frankreich derzeit auf fast 1 Mio ha proteinreiche Pflanzen wie Soja, Erbsen und andere Futterleguminosen angebaut.

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