15.04.2017 14:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Gartenbau
Gärtner gegen Einstufung von Zierpflanzen als invasive Arten
Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat seine ablehnende Haltung zur Einstufung wirtschaftlich bedeutender Zierpflanzen als invasive Arten bekräftigt. Wie der ZVG berichtete, hat er sich an der Konsultation der Europäischen Kommission zu einem ersten Update der EU-Liste über invasive, gebietsfremde Arten beteiligt und dabei seine Position deutlich gemacht.

Insbesondere geht es dem Verband um das Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) und das Mammutblatt (Gunnera tinctoria). Pennisetum habe als Containerpflanze für den gärtnerischen Fachhandel größere Bedeutung, insbesondere im Zierpflanzenbau, betonte der ZVG. Eine Verbreitung sei nur in Gebieten Spaniens, auf den balearischen und kanarischen Inseln zu befürchten.

Eine unionsweite Invasion könne ausgeschlossen werden. Zudem müsse festgestellt werden, dass Pennisetum setaceum nicht winterhart sei und daher eine Invasion beziehungsweise Verdrängung anderer Arten für einen im Großteil der EU ausgeschlossen werden könne, stellte der Verband fest. Er wies auch darauf hin, dass Hybride von Pennisetum setaceum gehandelt würden, bei denen es sich um sterile Züchtungen handle.

Auch für Gunnera sieht der ZVG nicht die Kriterien erfüllt, die gemäß der Verordnung 1143/2014 für invasive Arten mit unionsweiter Bedeutung gelten. Es werde bei Gunnera nur von einem moderaten Risiko ausgegangen, und dies auch nur für Gebiete in Großbritannien, Irland und gegebenenfalls dem Nordwesten der Iberischen Halbinsel, erklärte der Gartenbauverband. Zudem sei auch Gunnera tinctoria nicht winterhart. Eine Invasion beziehungsweise Verdrängung anderer Arten könne daher auch in diesem Fall ausgeschlossen werden.

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