20.04.2017 18:26
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Wetter
Grosse Schäden wegen Kälte
Die frostige Nacht auf Donnerstag hat an den Reben im Wallis grosse Schäden hinterlassen. In sämtlichen Rebbergen zwischen Martigny und Visp gibt es laut dem kantonalen Weinbauamt Schäden, nicht zuletzt weil die Rebstöcke wegen der Wärme früh Laub trugen. Auch im Kanton Basel-Land ist das Schadensausmass gross.

Schon die Nacht auf Mittwoch war kalt. Von den rund 5000 Hektaren Reben im Wallis wurden auf rund 550 Hektaren Schäden festgestellt, wie das kantonale Weinbauamt mitteilte. Von der noch kälteren Nacht auf Donnerstag waren dann weit mehr Reben betroffen. Die jetzt betroffene Flächen konnte das Amt noch nicht berechnen.

«Katastropale Situation»


Pierre-Antoine Héritier, der Präsident des Verbandes der Walliser Weinbauern, sprach von einer «katastrophalen Situation». Die erste Frostnacht habe Reben in tiefen Lagen erwischt. Nach der vergangenen Nacht seien nun auch höher gelegene Weinberge beschädigt. Weder Beheizung noch Besprengung hätten etwas genützt.

Grund für die Schäden ist laut Weinbauamt das zuvor milde Frühlingswetter. Die Rebstöcke trieben früher als gewöhnlich aus. Der Vorsprung betrug gegenüber dem Zehn-Jahre-Mittel rund zwei Wochen. Da auch die Nacht auf Freitag kalt werden sollte, befürchtete das Weinbauamt noch grössere Schäden.

Beim Obst zu früh für Bilanz

Das genaue Ausmass des Schadens will das Amt erst schätzen, wenn die Kältewelle vorbei ist. Vom Frost heimgesuchte Weinbauern könne das Amt für Strukturverbesserungen unterstützen, schrieb es. Ebenso will das Amt die Weinbauern über die Pflege von vom Frost beschädigten Reben informieren.

Auch das Walliser Amt für Obstbau ist daran, sich einen Überblick über Frostschäden zu verschaffen - eine vollständige Bilanz ist aber noch nicht möglich. Auch für den Verband Schweizer Obst ist es zu früh für eine Bilanz. Sprecher David Stacher sagte aber auf Anfrage, es gebe mit Sicherheit Gebiete, in denen es zu kalt gewesen sei. Der Frost gefährde alle Obstkulturen, von Erdbeeren über Äpfel, Birnen, Kirschen und Aprikosen bis zu den Zwetschgen.

Basel-Land stark betroffen

Im Kanton Basel-Land sank das Thermometer auch deutlich in den Minusbereich. Für die Bauern hat dies dramatische Folgen. Besonders an den Rebstöcken seien die Auswirkungen sichtbar, berichtet SRF. Viele junge Weintrauben-Triebe seien durch den Frost eingegangen, sagt Andreas Buser vom Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain. Er rechnet mit einem Ertragsausfall von bis zu 80 Prozent. Zu retten gebe es für die Bauern nichts mehr.

Obstbauer Ernst Lüthi aus Ramlinsburg BL befürchtet auch das Schlimmste: «Man sieht an den Kirschbäumen, wie ein Teil der Früchte bereits jetzt braun wird und bis in ein paar Tagen abstirbt.» Auch er rechnet vor allem bei den Kirschen mit grösseren Ausfällen bei der Ernte, sagt er gegenüber SRF.

Noch nicht vorbei

Die kommende Nacht dürfte laut MeteoNews wiederum klar sein, zudem lässt die Bise nach. Damit seien am Freitagmorgen noch etwas tiefere Temperaturen als am Donnerstag zu erwarten.

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