14.06.2018 09:31
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Kündig
Obst
Gute Gründe für einen Beerengarten
Beeren sind ein beliebter Superfood für Gross und Klein. Wer einen Beerengarten anlegen will, sollte einiges beachten und planen. Zudem gilt es zu bedenken, der Garten zwar Kosten verursacht, aber auch Erträge einbringt.

Bevor man einen Beerengarten anlegt, sollten einige Punkte überlegt werden. Ein entscheidender Faktor ist zum Beispiel die Wahl des Standorts. Folgende Fragen sollte man sich dabei stellen: Ist ein sonniger, offener Standort vorhanden?  Ist eine gute organische und durchlässige Bodenstruktur vorhanden? Kann der Boden für die Beeren eventuell angepasst werden?

Gewünschte Form des Beerengartens

Die nächste Frage stellt sich nach der gewünschten Form des Beerengartens: Soll es ein reiner Naschgarten sein? Soll es ein Intensiv-Garten für die Selbstversorgung sein? Soll der Beerengarten der Direktvermarkung oder/und der Produkteverwertung dienen?

Auch das Zeitmanagement spielt bei der Planung eine wichtige Rolle: Habe ich Zeit und die notwendigen Kenntnisse, einen Beerengarten zu pflegen? Eine weitere wichtige Pflegearbeit ist das Ernten: Habe ich Zeit, die Beeren im richtigen Zeitpunkt zu ernten und dieses schnell verderbliche Lebensmittel zu verarbeiten?

Unterschiedliche Beeren

Bei der Realisierung des Beerengartens liegt der Hauptteil der Arbeit bei der Erstellung der entsprechenden Erziehungshilfen. So benötigen beispielsweise Brombeeren pro Stock nicht nur 5–6 Laufmeter Platz, sondern auch ein Rankgerüst. Dort können die langen Triebe befestigt werden, ausserdem hält man nur so stets Ordnung im Garten.

Himbeeren sind diesbezüglich nicht weniger anspruchsvoll: Auch sie benötigen die notwendigen Erziehungshilfen. Bleiben noch Heidelbeeren, Preiselbeeren und Co. zu erwähnen, für deren Gedeihen in unseren Breitengraden die Erstellung eines Moorbeetes unumgänglich ist. Die eher bescheidenen Pflegearbeiten beschränken sich dagegen auf Dünge-, Schnitt- und Aufbindearbeiten.

Beerensortiment

Die Form des gewünschten Beerengartens bestimmt denn auch die Grösse, die Sortimentszusammenstellung und die Stückzahlen der einzelnen Beerenarten.

Wird eine Erdbeerenkultur in die Planung miteinbezogen, muss auch an den nötigen Platz für den nach zwei Jahren fälligen Fruchtwechsel gedacht werden.

Das Beerensortiment ist laufend im Wandel. Man ist sicher gut beraten, ältere, erprobte Sorten zu verwenden und Neuangebote in kleinerem Rahmen auszuprobieren. Wichtig ist es, den einzelnen Beerenarten in der Reihe, aber auch von Reihe zu Reihe genügend Raum zu gewähren.

Kosten

Selbstverständlich ist die Erstellung eines Beerengartens auch mit Kosten verbunden. Bei Johannisbeeren und Stachelbeeren liegen die Stückpreise im Bereich von 25 bis 30 Franken, Himbeeren bei 8 bis 10 Franken, Brombeeren  27 bis 30 Franken, Erdbeeren um die 3 Franken und Heidelbeeren um die 35 Franken pro Stück.

Ein langlebiger Akazienpfahl in der Länge von gut 2 Metern für ein Erziehungsgerüst kostet ca. 20 Franken; dazu kommen die Kosten für Bodenanker, Drahtmaterial, Drahtspanner usw. Die Kosten für Moorbeeterde (z.B. für Heidelbeeren) liegen bei ca. 75 Franken für 500 Liter.

Ertragszahlen

Diesen Kosten und den Aufwendungen der Pflegearbeiten stehen dafür gute Erträge gegenüber.

Einige Ertragszahlen: Brombeeren pro Pflanze ca. 5–8 kg, Herbsthimbeeren pro Laufmeter ca. ¾ kg, Johannisbeeren pro Quadratmeter, ca. 1,5 kg, Heidelbeeren ca. 2,5 kg pro Quadratmeter.

Ein Beerengarten hat viele Werte, und es lohnt sich sicher, über einen eigenen Beerengarten nachzudenken!

Die Arbeit «Wirtschaftlichkeit eines Beerengartens», ein gemeinsames Projekt der Hauswirtschaftsschulen/Weiterbildungsschulen Liebegg Gränichen AG, Posieux Grangeneuve FR, Wallierhof Riedholz SO, wurde 2016 fertiggestellt. Die umfassende Dokumentation inklusive ausführlicher Kostenberechnungen kann bei den aufgeführten Schulen für einen Unkostenbeitrag von  10 Franken bezogen werden.

Zum Autor:
Martin Kündig ist  Obergärtner und Ausbildner am Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz SO.

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