23.07.2019 17:48
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Spanien
Miese Preise: Bauern ernten nicht
Auf der Ferieninsel Mallorca ist die Stimmung bei den Produzenten von Zitrusfrüchten auf dem Tiefpunkt. Da die Preise pro Kilo Orangen und Zitronen unter 30 Rappen gefallen sind, lassen sie die Früchte verfaulen.

Auf der Balerareninsel verfaulen derzeit tonnenweise Zitronen und Orangen, berichtet die «Mallorca Zeitung». Die Zitrusfrüchte hängen an den Bäumen oder liegen am Boden.

Dieses Jahr sei «ein echtes Desaster», sagt Landwirt Bartomeu Deyà aus der Region Sóller. Es lohne sich nicht, die Bäume abzuernten. Dies liegt an den miserablen Preisen. Händler zahlen den Bauern zwischen 20 und 25 Cents (22 und 27,5 Rp.) pro Kilo. Damit lassen sich die Kosten aber nicht decken. Deshalb verfaulen die Früchte.

Für die Olivenbauern sieht es auch nicht viel besser aus. Aufgrund der Trockenheit steht eine schlechte Ernte bevor. Gemäss der «Mallorca Zeitung» dürfte diesjährige Ernte nur halb so gross ausfallen wie 2017.

Im Tal von Sóller, an Mallorcas steiler Westküste, wurden die Früchte bis vor wenigen Jahren nicht mehr geerntet. Zu gross war der Preisunterschied zu anderen Regionen. Die Anbaufläche schrumpfte in den vergangenen zehn Jahren um 800 Hektar. Nach Angaben der Landwirtschaftsbehörde wurden 2017 insgesamt 1354 Hektar Orangen angepflanzt.

Vor wenigen Jahren wurde der Orangenanbau wieder vorangetrieben, schreibt der Bayerische Rundfunk. Es wurden mehrere Sorten angebaut., mittlerweile wachsen über 20 verschiedene Sorten, Auch wurde über eine geographische Herkunftsbezeichnung für Orangen aus Sóller nachgedacht. Die Preise pendelten in der Folge zwischen 40 bis 60 Cent pro Kilo. Mit dem derzeitigen Preisniveau sind aber die Bemühungen für den Orangenanbau wieder in Frage gestellt. 

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