14.03.2014 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Hochstammobstbau
Mostbirne bleibt Sorgenkind
Bauern dürfen Schnäpse für den Eigenbedarf auch künftig steuerfrei brennen. Zudem möchte Markus Ritter inländische Produkte besserstellen. Sorgen machen den Hochstammobstbauern die Mostbirnen.

Rund 200'000 Liter Schnäpse brennen die Schweizer Bauern jährlich, und dies steuerfrei. Ob das auch für die Zukunft so vorgesehen ist, wollte die Vereinigung Hochstammobstbau Schweiz an ihrer Informationsveranstaltung von vergangener Woche in Gossau SG von Bauernverbandspräsident Markus Ritter wissen.

Dieser konnte die Bauern beruhigen, obwohl die Revision des Alkoholgesetzes noch im Gang ist. «Für die Bauern wird sich in diesem Bereich nichts ändern», sagte er. «Ihre Schnäpse sind weiterhin steuerbefreit, wenn sie diese aus Eigengewächsen und für den Eigenbedarf brennen.»

Noch nichts entschieden

Stellt ein Bauer Spirituosen aus einheimischen Äpfeln, Birnen, den verschiedensten Beeren und weiteren Früchten für den Verkauf im Inland her, so fallen dafür wie bisher Steuern an. In diesem Bereich wünschen sich Ritter und der Schweizer Bauernverband aber eine stärkere Besteuerung der ausländischen Waren. Ziel sei es, die Nachfrage nach inländischen Rohstoffen zu steigern. Entschieden sei diesbezüglich aber noch nichts. Im Sommer sollten die parlamentarischen Beratungen weitergehen.

Schlechter Absatz

Immer noch Sorgen bereiten den Obstbauern die Mostbirnen. Guido Schildknecht aus Mörschwil SG, Präsident der Vereinigung, freute sich zwar, dass der Bund über zwei Millionen Franken für die Marktentlastung von Mostbirnen bezahlt hat. Doch er ärgerte sich auch, dass Produkte aus Birnensaft nach wie vor einen schlechten Absatz finden.

Das belaste nicht nur jene Bauern, die noch Hochstammbirnbäume auf ihren Betrieben hätten, sagte er. Das verleite auch dazu, auf diese Bäume ganz zu verzichten. Dabei seien Hochstamm-Feldobstbäume ein prägendes Element in der Schweizer Landschaft.

Krankheit untersucht

Der Einsatz von Hochstammobstbau Schweiz für den Erhalt dieser mächtigen Bäume ist ganz im Sinne des Bundesamtes für Landwirtschaft. Es fördert diese mit Beiträgen. Doch Patricia Steinmann vom Bundesamt für Landwirtschaft warnte davor, solche Bäume nur wegen der Beiträge zu pflanzen. Viel wichtiger seien die Produkte, die aus den Früchten gewonnen würden.

Richard Hollenstein vom landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen bedauerte, dass seit 2010 die Krankheit Marssonina beobachtet werde. Man habe diesen massiven Blattfall untersucht, der aufgrund einer Infektion ab Mitte Juni entstehe. Bekämpfungsmassnahmen seien im Gespräch. Er versprach den Bauern schon bald mehr Informationen in einem Merkblatt.

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