18.12.2014 08:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Obst
Mostobsternte wurde deutlich überschätzt
Die Mostobsternte fiel heuer unterdurchschnittlich, aber von guter Qualität aus. Die Rückbehalte sind beschlossen.

Die Mostobsternte wurde am 22. November abgeschlossen, 10 Tage früher als im Vorjahr. «Die gewerblichen Mostereien übernahmen und verarbeiteten 80'860 Tonnen Mostäpfel und 12'120 Tonnen Mostbirnen», schreibt der Schweizer Obstverband auf Anfrage.

Ernte unter dem Schnitt

Die Ernte 2014 liegt damit bei den Mostbirnen um 33% und bei den Mostäpfeln um 16% unter dem 10-Jahres-Durchschnitt. Auch lag die Mostapfelernte um 24% unter der Vorernteschätzung im August, die Mostbirnenernte lag  11% darunter. Diese tiefere Erntemenge sei zu einem grossen Teil auf eine Fehleinschätzung des Behanges und auf die kleineren Früchte zurückzuführen (1 mm im Durchmesser entspricht ungefähr 4% in der Menge), so der SOV.

«Die Früchte wuchsen weniger als erwartet», erklärt Joseph Christen vom SOV. «Dies als Folge der fehlenden Sonnenscheinstunden und des gebietsweise schlechten Gesundheitszustands der Bäume wegen des Marssonina-Blattfalls.» Dazugekommen ist, dass weniger Mostobst aus den Randgebieten der Verarbeitung zugeführt wurde.

Rückbehalt hat Einfluss auf Ernte

Auch die angekündigten Rückbehalte dürften einen Einfluss auf das Ernteverhalten gehabt haben. Es wurde weniger Mostobst an die gewerblichen Mostereien abgeliefert und stattdessen über andere Kanäle abgesetzt.

Gemäss Auskunft der Mostereien waren die externen Qualitätsmerkmale des Mostobstes gut. Der Öchslegehalt war allgemein tiefer als im Vorjahr. Christian Consoni, Chef von Ramseier Suisse, die 60% des Schweizer Mostobstes verarbeitet, sagt: «Wir sind mit den diesjährigen Ernteergebnissen zufrieden. Gute Qualität ist für uns wichtiger als eine hohe Quantität an Mostobst.»

2 Fr./100 kg Rückbehalt

Trotz der kleineren Ernte decken die Vorräte der Mostereien den Bedarf für rund 15 Monate ab. Bei den Mostbirnen deckt der Ernteversorgungsstand mit rund 180% den Bedarf für 21Monate ab.

Gemäss den Beschlüssen des Produktzentrums (PZ) Mostobst wird ein Rückbehalt von  2Fr. je 100 kg Mostäpfel und  8.50 Fr. je 100 kg Mostbirnen eingezogen. Dieser Rückbehalt wird für Entlastungsmassnahmen im Jahr 2015 eingesetzt. 

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