Montag, 25. Januar 2021
16.01.2020 13:08
Solothurn

Netze statt Pflanzenschutzmittel

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Im Kanton Solothurn haben in den vergangenen zwei Jahren 14 Obstbaubetriebe ihre Anlagen mit Netzen geschützt. Damit soll künftig der Pflanzenschutzmittel-Einsatz deutlich sinken.

Insgesamt wurden 25 Hektaren Obst, Strauchbeeren und Reben eingenetzt, teilt der Kanton Solothurn in einem Communiqué mit. Der Kanton unterstützte im Rahmen des Mehrjahresprogrammes «Landwirtschaft» die seitliche Einnetzung – zusätzlich zu bestehenden Witterungsschutzsystemen.

Die engmaschigen Netze seien eine wirksame Massnahme gegen den Einflug von Schadinsekten, heisst es weiter. Bei der Kirschessigfliege handelt es sich um die einzige für sich allein wirksame Bekämpfungsmassnahme. Beim Kernobst verhindern die Netze eine Übertragung von Feuerbrand während der Blüte. Vögel und Wildtiere würden durch diese Massnahme nicht beeinträchtigt, schreibt der Kanton.

Dank den Netzen soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich sinken. Fachleute rechnen im Durchschnitt mit einer Halbierung der bisher notwendigen Insektizid- Behandlungen. Da es sich aber bei der Total-Einnetzung um eine neuartige Massnahme handelt, wird noch mehr Praxis-Erfahrung benötigt.

Einerseits sei die Einnetzung technisch anspruchsvoll, andererseits bedeute dies einen Mehraufwand und verursache hohe Erstellungskosten. Hinzu kommen Wartungs- und Unterhaltkosten. Für die Pflege und Bearbeitung der Anlagen seien auch eingenetzte Vorhäupter, Wendebereiche für die Maschinen und dichte Tore notwendig, heisst es weiter.

Die Einnetzung von Obstanlagen zur Reduktion der Insektizid-Behandlungen ist eine Massnahme aus dem kantonalen Massnahmenplan zur Umsetzung des Aktionsplanes Pflanzenschutzmittel. Diesen hat der Bund im Herbst 2017 lanciert, mit dem Ziel, Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz zu fördern.

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