11.07.2016 12:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Nischenkulturen
Nischenkulturen stossen auf Anklang
Alpenchili für Pommes Chips und Kräutersalz, Quinoa als «Superfood» für gesundheitsbewusste Konsumenten: Die Schweizer Bauern sind erfinderisch und besetzen laufend neue Nischen – und das mit Erfolg.

Agnes und Markus Wäfler bauen auf ihrem Betrieb in Aeschi bei Spiez BE auf fast 1000 Meter über Meer Chili an. Die scharfen Schoten gedeihen bestens in den Schweizer Alpen – und sie sind nur ein Beispiel für die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft. Immer mehr Bauern experimentieren mit Nischenkulturen. Statt den Kopf in den Sand zu stecken oder über die tiefen Produzentenpreise für Milch oder Rüben zu jammern, suchen sie neue Standbeine.

Migros findet solche Nischen "interessant"

Die Alpenchilis – laut der Berg- und Alpverordnung ist die Bezeichnung erlaubt – sind eine Erfolgsgeschichte. Sie werden von der Swiss Alpine Herbs AG in Därstetten BE verarbeitet und im Detailhandel und an Industriekunden verkauft. Zu finden sind sie mittlerweile sogar in einer neuen Chipssorte der Migros.

«Bei den Alpenchili-Chips handelt es sich um eine Limited Edition», bestätigt Monika Weibel vom Migros-Genossenschaftsbund. «Dass es Schweizer Bauern gibt, die Chili anbauen, ist vielen Kunden kaum bekannt. Wir finden solche Nischenprodukte sehr spannend und sind überzeugt, dass unsere Kunden diese Spezialität aus Schweizer Anbau ebenfalls schätzen.»

Wie die Chilischoten, kommt auch Quinoa ursprünglich aus Südamerika. Das Pseudogetreide, das mit Spinat verwandt ist, gilt dank seinen hohen Eiweiss- und Mineralstoffgehalten als wahres «Superfood». Ein Trend, den sich die Schweizer Bauern zusammen mit IP-Suisse erfolgreich zunutze machen. «Dieses Jahr bringen wir erstmals Quinoa in den Handel», freut sich Mirjam Lüthi von IP-Suisse. 

Quinoa-Fläche ausdehnen

«In der Ostschweiz und in den Kantonen Bern und Solothurn bauen heuer 15 Produzenten auf knapp 15ha Quinoa an.» Die Erntemenge werde – auch wegen des schlechten Wetters – nicht reichen: «Manor zeigte schon letztes Jahr Interesse. Die Migros-Genossenschaften Waadt und Aare und die Coop-Zulieferin Sunray warten ebenfalls auf Schweizer Quinoa.» Die Nachfrage sei gross: «Wir möchten deshalb Flächen und Mengen ausdehnen.»

Trotz dem Erfolg mit Quinoa: Verzetteln will sich IP-Suisse nicht. «Vorerst werden wir keine weiteren ‹Exoten› lancieren», betont Lüthi, «mit  Hartweizen, Sonnenblumenkernen, Polentamais, Hafer für Flocken und Beta-Glucan-Gerste bieten wir unseren Produzenten  genug interessante Nischen an.» 

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