21.03.2020 19:19
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Handel
NL: Millionen Blumen entsorgt
Die Corona-Krise macht auch vor der Floristik-Branche keinen Halt. Millionen von Blumen müssen zerstört werden, weil die Nachfrage abrupt sinkt und nicht mehr geliefert werden kann. Die Existenz der Gärtner und der Händler ist bedroht.

Holland, das Land der Tulpen und Blumen kämpft aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Massnahmen mit massiven Verlusten im Blumensektor. Die Nachfrage sei extrem zurück gegangen, die Preise in den Keller gesunken, ist auf der Internetseite von gabot.de nachzulesen. 

Millionen von Blumen müssen von den Holländischen Blumenzüchtern entsorgt werden, weil sie nicht mehr verkauft werden können. Das Überleben vieler Gärtner und Händler stehe auf dem Spiel, verkünden die Auktionen von Royal FloraHolland.  

Die Käufer fehlen

Die Marktsituation ist dramatisch. In den vergangenen zwei Wochen lagen die Preise bis zu 50% unter dem Normalpreis. Am vergangenen Freitag wurde 20% des Angebots vernichtet, weil es keine Käufer dafür gab.

Die Erwartungen für die kommenden Wochen sind noch schlimmer. In mehreren Ländern ist dies normalerweise die Spitzenzeit für den Blumenanbau im Vorfeld des Muttertages. Der übliche Umsatz in diesem Zeitraum liegt bei 150 bis 200 Mio. Euro (158-211 Mio. Franken) pro Woche.

"Diese Krise kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. In weniger als zwei Wochen wird die Energierechnung bei den Produzenten im Briefkasten liegen.  Sie werden dann akute Zahlungsprobleme haben. Ohne Notfallkredite der Regierung und der Banken und andere Formen der finanziellen Unterstützung werden gesunde Unternehmen bald in den Büschen zusammenbrechen. Wir fordern branchenweit ein Handeln, bevor es zu spät ist. " Es sei wirklich ein paar Minuten vor zwölf, wird der Geschäftsführer von von Royal FloraHolland, Steven van Schilfgaarde, in einem Artikel von gabot.de (Branchenverzeichnis für den Gartenbau) zitiert.

 

Holland und die Blumen

Der Zierpflanzensektor ist der dritte Exportsektor der Niederlande. Neben den Haupthäfen Schiphol und dem Hafen von Rotterdam sind die Niederlande auch die internationale Drehscheibe für den Zierpflanzenanbau.

Auf die Niederlande entfallen ca. 35% der weltweiten Exporte. Der Export von Blumen und Pflanzen beläuft sich auf 6,53 Mrd. Franken. Etwa 150'000 Menschen arbeiten im Gartenbau und bei den damit verbundenen Dienstleistern.

Der Zierpflanzensektor nimmt eine einzigartige Stellung ein, weil es sich um täglich frische Produkte handelt. Blumen können nicht für eine spätere Vermarktung aufbewahrt werden.

Quelle: gabot.de

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