19.02.2019 10:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Nutzen von Mischanbau untersuchen
Forscher der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) wollen überprüfen, inwieweit man beim Mais-Bohnen-Mischanbau auf mineralischen Stickstoffdünger verzichten kann. Wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) vergangene Woche berichtete, geht es insbesondere um die Frage, ob die Bohnen auf gering versorgten Flächen tatsächlich - wie angenommen - ihre Fähigkeit zur Stickstofffixierung aus der Luft nutzen und dem Mais den Stickstoff aus dem Bodenvorrat und organischer Düngung überlassen.

Ausserdem wird überprüft, ob die Bohnen auf gut versorgten Flächen auf die Luftstickstofffixierung verzichten. Dann bräuchte der Landwirt nämlich keinen zusätzlichen mineralischen Stickstoff zu düngen und könnte sich auf das sich selbst regulierende System der Leguminose verlassen, erläuterte die FNR. Damit würde der Mischanbau helfen, Stickstoffüberschüsse zu reduzieren und potentielle Nitrateinträge in Grund- und Oberflächengewässern zu senken.

Zusätzlich wollen die Forscher die Frage klären, ob Mais-Bohnen auch die Biotopqualität für bodenbrütende Vögel, Insekten, Tausendfüsser und Spinnen verbessern und das Risiko von Bodenerosion verringern können. Neben der Überprüfung dieser Forschungsthesen bewerten die Forscher die Umweltvorteile auch ökonomisch über einen Vermeidungskostenansatz.

Die Ergebnisse sollen als Grundlage für Fördermassnahmen dienen. Das Forschungsvorhaben „Ökologische und ökonomische Bewertung des Gemengeanbaus von Mais (Zea mays L.) mit Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf Stickstoffbilanz und Biodiversität“ wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium über die FNR als Projektträger gefördert. 

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