19.04.2016 14:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Obst
Schauenburger Kirsche Obstsorte des Jahres
Sie war während Jahrzehnten der Inbegriff einer guten Kirsche, bis die industrielle Verarbeitung einsetzte. Am Montag hat die Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten (Fructus) die Schauenburger Kirsche zur Obstsorte des Jahres erkoren. Die Kirschensorte stehe stellvertretend für das leise Verschwinden von alten Obstsorten.

So klein die Bedeutung der Schauenburger für den heutigen Kirschenanbau ist, so unübersehbar sind die mächtigen Bäume in der Landschaft der Nordwestschweiz. Dabei kommt die Kirschsorte von weit her.

Der Hotelier Emil Flury soll die Kirsche vor rund 100 Jahren auf einer seiner Reisen aus Libanon mit nach Hause gebracht haben. Ihren Namen hat die Kirschsorte vom stattlichen Kurhaus «Bad Schauenburg», das Flury in der Nähe von Liestal führte. 40 Jahre später war die Schauenburger die bedeutendste Tafelkirsche der Schweiz. Ihren Zenit überschritt sie Mitte der Achtzigerjahre, als neue Sorten auf den Markt drängten, die an kleinkronigen Bäumen gediehen.

Damit waren die Tage der Schauenburger für die industrielle Produktion gezählt. Für Direktvermarkter und Selbstversorger ist die unkomplizierte und regelmässig tragende Kirschsorte jedoch eine gute Alternative zu den gängigen Sorten, wie Fructus in Erinnerung ruft. Mit der Ernennung zur Schweizer Obstsorte des Jahres will Fructus dazu beitragen, dass seltene, alte und in Bezug auf Krankheiten robuste Obstsorten nicht verschwinden, sondern wieder angepflanzt werden.

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