31.01.2020 16:14
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Obst
«Sinnbildlich für Lage der Bauern»
Der Schweizer Obstverband bedauert die Verordnung der Aargauer Regierung zum Rückbau von Folientunnel für Aprikosen. Er ruft die Umweltverbände auf, gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden statt Innovationen zu verhindern.

Der Aargauer Regierungsrat hatte diese Woche entschieden, einer Beschwerde von Pro Natura und Bird Live Schweiz gegen bereits erstellte Folientunnel für den Aprikosen-Anbau nachzukommen. Der Schweizer Obstverband (SOV) kritisiert diesen Entscheid. Er steht laut Mitteilung hinter den Produzenten, die den Entscheid der Regierung anfechten werden.

Steht sinnbildlich für Lage

Der aktuelle Fall stehe sinnbildlich für die Lage um den Schweizer Obstbau, der sich mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert sehe. Aufgrund der milderen Temperaturen und des zunehmenden Handels und Tourismus nehme die Zahl der eingeschleppten Schädlingsorganismen laufend zu. Gleichzeitig wächst die Kritik am Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM).

"Deshalb haben die Obstproduzenten in den letzten Jahren wirksame Alternativen zu PSM entwickelt. Eine davon ist der Einsatz von Folientunnel. Damit werden die Kulturen effizient und nachhaltig vor Schädlingen und Krankheiten geschützt, womit sich der Einsatz von PSM massiv reduzieren lässt", schreibt der Verband. 

Lösungen finden

Diese Bemühungen behindern Pro Natura und Bird Live Schweiz und gefährden damit die Produktion von Schweizer Früchten, hält der SOV fest. "Die Umweltverbände fordern das Verbot jeglicher Pflanzenschutzmittel und verhindern gleichzeitig mit Einsprachen wirksame Alternativen", heisst es weiter. Der Schweizer Obstverband (SOV) bedauert dieses Verhalten und ruft die Umweltverbände auf, gemeinsam mit der Branche konstruktive Lösungen zu finden, statt auf dem juristischen Weg jegliche Innovationen zu verhindern. 

Ausserdem strebt der SOV Anpassungen im Raumplanungsgesetz an, damit ein "wirtschaftliche" Obstbau auch in Zukunft möglich ist.

Kanton muss zahlen

Die Landwirte hatten die Bewilligung für Folientunnel von den Standortgemeinden nach der notwendigen Rücksprache mit dem Kanton erhalten. Weil sie aber nicht im kantonalen Amtsblatt publiziert worden waren, mussten sie erneut und rechtskonform aufgelegt werden. Deshalb erhielt Pro Natura die Gelegenheit, die Gesuche zu prüfen. 

Nach Ansicht von Pro Natura konnten sich die betroffenen Landwirte auf die Bewilligungen verlassen. Deshalb müsse der Staat nun geradestehen, zitiert die SDA die Umweltorganisation. Die beiden Landwirte hatten je 50'000 Franken investiert. Die 600 Aprikosenbäume in den 120 Meter langen Folientunnel sollten bis in sechs Jahren zu einer Ernte von rund 9 Tonnen Aprikosen führen. 

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