24.11.2018 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Handwerk
So entsteht ein «Zibelezopf»
Am Montag findet in der Berner Altstadt der alljährliche «Zibelemärit» statt. Ernst Scheurer aus Agriswil BE ist schon seit Wochen mit dem Binden der Zwiebelzöpfe für seine zwei Marktstände beschäftigt. Mit Video.

Rund drei Monate des Jahres stehen bei Ernst Scheurer aus Agriswil BE im Zeichen der Zwiebeln. Nämlich dann, wenn er sich auf den traditionellen Berner «Zibelemärit» vorbereitet. «Eigentlich ist es ja einfach ein grosses Hobby», betont Ernst Scheurer.

Er steht in seiner Werkstatt und bindet die letzten Zöpfe für den Markt, der am nächsten Montag, 26. November, stattfindet. «Solche Zöpfe zu binden, ist ein altes Handwerk, das leider nicht mehr viele beherrschen. Ich habe vor 30 Jahren angefangen selber Zöpfe zu machen, und habe auch schon in einem Kurs Landfrauen gezeigt, wie sie gemacht werden.»

Schilf statt Roggen

Als Basis seiner Zöpfe verwendet Scheurer Zierschilf, das er aus den Gärten von verschiedenen Bekannten bekommt. «Früher verwendete man Roggenstroh. Schilf eignet sich aber genauso gut.» Das Schilfbündel wird nun von Scheurer etwas gekürzt und mit einer Runde Industriebast umwickelt. «Das ist die Basis eines Zwiebelzopfs.»

Obwohl man beim Wort Zopf ans Flechten denken würde, werden die Zwiebelenden nicht etwa geflochten, sondern auf das Schilfbündel gelegt und mit dem Bast umwickelt. «Es ist nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht», betont Scheurer. Man brauche etwas Übung und das Auge für die richtige Zwiebelgrösse, um einen schönen Zopf herzustellen. 

Wie genau Ernst Scheurer seine Zwiebelzöpfe herstellt, ist im Video zu sehen.

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