30.07.2013 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ernährung
Staatliche Gesundheitswerbung für Obst und Gemüse reicht nicht
Obwohl die Regierungen in Westeuropa und den USA bei den Konsumenten mit Gesundheitsargumenten für Obst und Gemüse werben, ist deren Konsum in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft.

Die Rabobank führt diese Entwicklung in einem aktuellen Bericht zum einen auf sinkende Einkommen zurück. Ausserdem hätten die Konsumenten irrtümlicherweise angenommen, dass die Preise für Frischwaren gestiegen seien. Deshalb sei man zunehmend auf die vermeintlich günstigeren verarbeiteten Convenience-Lebensmittel ausgewichen.

Verarbeitete Produkte als Konkurrenz

Diese Produktgruppe stelle mittlerweile eine starke Konkurrenz für das Frischsegment dar und könne mit einer relativ guten Verfügbarkeit und gutem Geschmack sowie einer umfangreichen Produktpalette und einer bequemen Zubereitung punkten. 

Konsumenten mit einer Präferenz für gesunde Lebensmittel würden sich nicht für Frischware, sondern eher für verarbeitete Lebensmittel in der Kategorie „Gesundheit und Wohlbefinden“ entscheiden. Ein weiterer Nachteil sei, dass die Frischware meist lose und als No-Name- Produkt verkauft werde.

Marken für mehr Erfolg

Wie die Rabobank weiter ausführte, hat es die Obst- und Gemüsebranche sehr schwer, sich gegenüber dem ausgefeilten Marketing ihrer Konkurrenz zu behaupten. Um den Verbrauch dennoch wirksamer als bisher anzukurbeln, empfehlen die Utrechter Marktforscher drei Werbestrategien: Zum einen seien Innovationen notwendig, die die Zubereitung erleichterten; denkbar sei beispielsweise das Angebot von bereits geschnittenem Gemüse, das die Konsumenten in der Mikrowelle erhitzen könnten, ohne die Verpackung vorher entfernen zu müssen. Ausserdem müsse die Branche die Konsumenten mehr über Convenience- und Genussaspekte, den guten Geschmack und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Obst und Gemüse informieren.

Und drittens sei auch eine bessere Kooperation in der Vermarktungskette vonnöten: Die Vermarktung von Markenprodukten sei am ehesten in kurzen und spezialisierten Angebotsketten erfolgversprechend. Hierbei müsse der Schwerpunkt auf einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten mit dem Ziel liegen, die wichtigsten Eigenschaften des Produktes wie Qualität und Frische zu verbessern.

Um die Kundentreue sicherzustellen, dürften minderwertige Produkte erst gar nicht im Gemüseregal landen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE