21.08.2013 07:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Ulrike Steingräber
Beeren
Süsse Früchtchen brauchen Pflege
Beerlein, Beerlein in der Hand – wer ist das beste im ganzen Land? Diese Frage kann wohl nicht abschliessend beantwortet werden. Sie und noch viele weitere wurden dennoch in Conthey VS besprochen und diskutiert.

Trotz heisser Temperaturen fanden zahlreiche Beeren-Interessierte am vergangenen Samstag den Weg zu Agroscope nach  Conthey VS.  Dort fand die Beeren-Info-Tagung statt. Der erste Teil widmete sich neuesten Erkenntnissen zu Bewässerungssystemen, Schädlingsbekämpfung und Düngung.

Essigfliegen schaden

Catherine Baroffio, Agroscope-Gruppenleiterin und Beeren-Expertin, gab Auskunft über den Schädling Drosophila suzukii. Die Kirschessigfliege wurde zum ersten Mal in der Schweiz im Juli 2011 auf Heidelbeeren im Tessin und auf Himbeeren in Graubünden gefunden. Sie befällt gesunde Früchte, vor allem Erd-, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Steinobst wie Kirschen, Pfirsiche und Aprikosen.

Baroffio informierte über die aktuelle Situation in der Schweiz: So wurde eine sehr hohe Konzentration des Schädlings in den Kantonen Graubünden, Tessin und Waadt festgestellt, während in Aargau, Genf, St.Gallen sowie Solothurn, Schaffhausen und Uri das Vorkommen gleich null war. Baroffio stellte verschiedene Möglichkeiten der Überwachung mittels Fallen und zahlreiche Strategien der  Bekämpfung des Schädlings vor.

Effizientes Watermark

Über neueste Forschungsergebnisse hinsichtlich des Vergleichs von zwei Bewässerungssystemen bei Erdbeeren sprach André Ancay in seinem Referat. Über drei Jahre hinweg wurden zwei manuelle und zwei automatisierte Bewässerungssysteme hinsichtlich Ertrag und Fruchtqualität sowie Wasserverbrauch, Investitionskosten und Arbeitsaufwand untersucht und miteinander verglichen. Schlussfolgernd konnten keine Unterschiede bei Ertrag und Qualität festgestellt werden.

Die höchste Wassereinsparung erreicht man jedoch durch eine tägliche manuelle Bewässerung bzw. durch das automatisierte Watermarkverfahren, welches auch hinsichtlich der Gesamtkosten am besten abschnitt. Das automatisierte Plant-Care-Bewässerungssystem ist hingegen kostenintensiv, hatte einen hohen Wasserverbrauch und muss folglich noch optimiert werden.

Den ersten Teil des Programms schloss Vincent Michel mit einem Vortrag über den Einsatz von Gründünger gegen Krankheiten, die bereits im Boden entstehen, ab. Am Beispiel der Verticillium-Welke bei Erdbeeren zeigte er den Krankheitszyklus von Bodenpilzen sowie deren Bekämpfung und Eindämmung durch Einsatz von Gründünger. Er betonte, dass durch Zugabe von leicht abbaubarer organischer Substanz der Boden aktiviert werde und dies zu einer Verringerung von Verticillium führte.

Goji-Beere unter der Lupe

Der zweite Teil der Beeren-Tagung sah einen Rundgang auf dem Agroscope-Gelände mit verschiedenen Informationsposten vor. Der erste Stand informierte über remontierende Him- und Heidelbeeren. Durch neue Sorten erstreckt sich die Saison nun von Ende Juni bis Mitte August. Die Besucher hatten die Möglichkeit, Heidelbeersorten zu beurteilen. Die Goji-Beere war Inhalt des zweiten Postens: Derzeit werden in Conthey sechs Sorten kultiviert, um Eigenschaften wie Wuchs, Düngerbedarf, Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit sowie Ertragspotenzial, Erntegeschwindigkeit  und optimalen Reifegrad abzuklären.

Zahlreiche Informationen  über düngende Bewässerung in Substrat-Kulturen; den Einfluss von Dauer und Frequenz der Bewässerungen auf den Ertrag, die Fruchtgrösse und die Qualität der Himbeeren im Substrat sowie die Demonstration von Schädlingen unter dem Mikroskop konnten die Teilnehmer an den restlichen Posten mitnehmen. Höhepunkt des Beeren-Tages war die Verkostung von neuen Himbeerzüchtungen und deren Beurteilung hinsichtlich Festigkeit, Farbe und Geschmack.

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