2.10.2018 14:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tabak
«Tabakanbau zerstört Umwelt»
Der Tabakanbau frisst nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immense Ressourcen. Erstmals hat die Organisation die schädlichen Umweltfolgen von Tabakanbau und -verarbeitung untersucht und kommt zum Schluss, dass Rauchen die Umwelt zerstört und die nachhaltige Entwicklung untergräbt.

Für Tabakplantagen und -verarbeitung würden Wälder abgeholzt, Böden ausgelaugt, Kohle und Holz verbrannt, heisst es in dem Bericht, den das Sekretariat der Anti-Tabak-Konvention der WHO am Dienstag veröffentlichte. Die dabei entstehenden Treibhausgasemissionen verschärften den Klimawandel.

4 Millionen Hektaren Land

Die Konvention war 2005 in Kraft getreten und hat heute 181 Mitgliedsländer. Sie verlangt unter anderem eine klare Einschränkung von Tabakwerbung, Gesundheitswarnhinweise auf Packungen und stärkeren Schutz von Nichtrauchern. Vertreter der Mitgliedsländer beraten zur Zeit in Genf über neue Strategien gegen das Rauchen.

Für die Herstellung von sechs Billionen Zigaretten im Jahr 2014 seien 32,4 Millionen Tonnen grüner Tabak auf vier Millionen Hektaren Land angebaut worden. 

Millionen Tonnen Abfälle

Die Herstellung habe 0,2 Prozent des weltweiten Ausstosses von klimaschädlichen Emissionen verursacht, 84 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Zudem entstünden 25 Millionen Tonnen Abfälle, darunter auch die Milliarden weggeworfenen Kippen, die mit ihren giftigen Inhaltsstoffen nach Angaben der WHO Wasserquellen verunreinigen. 

Für Tabakanbau und Verarbeitung würden zudem 22 Milliarden Tonnen Wasser verbraucht. Ein Raucher, der 50 Jahre 20 Zigaretten am Tag rauche, sei für den Verbrauch von 1,4 Millionen Liter Wasser verantwortlich.

Anbau im Süden - Profit im Norden

Fast 90 Prozent des Tabaks werde in Entwicklungsländern angebaut, während fast der gesamte Profit der Industrie in reichen Ländern lande, heisst es in dem Bericht weiter.

«In Industrieländern angesiedelte Tabakkonzerne verbrennen im übertragenen und im wahrsten Sinne des Wortes die Ressourcen und die Zukunft der am wenigsten geschützten Menschen auf dem Planeten», meinte einer der Autoren, Nicholas Hopkinson vom Herz- und Lungeninstitut am Imperial College in London.

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