12.07.2018 14:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Celina Wyss, lid
Beeren
Trendfrucht macht sich breit
Der Konsum und die Anbaufläche von Heidelbeeren haben in der Schweiz in den letzten Jahren massiv zugenommen. Auch wenn die Fläche nun erstmals stagniert, bleibt die Heidelbeere eine Trendfrucht.

Die kugelrunde Beere ist bei blaugrauer Farbe optimal herangereift und lässt sich in der Schweiz von Juli bis September ernten. Die Beere wächst an einem 30 bis 50 cm hohen Strauch, der als Halbschattenpflanze von der Ebene bis ins Gebirge angesiedelt ist. Die Heidelbeere ist vor allem in den gemässigten und nordischen Zonen Eurasiens verbreitet.

Aufwändiger Anbau in der Schweiz

Bei uns sind Heidelbeerkulturen grösstenteils in der Ostschweiz, aber auch im Mittelland und der Zentralschweiz anzutreffen. Die Anbaufläche hat in der Schweiz in den letzten Jahren aufgrund hoher Nachfrage massiv zugenommen und sich innert 10 Jahren verdreifacht. Mit einer Fläche von 92,8 Hektaren ist sie laut dem Schweizer Obstverband (SOV) jedoch dieses Jahr zum ersten Mal rückgängig. 

Der Anbau in der Schweiz ist aufwendig und anspruchsvoll, weil dieser einen sauren und durchlässigen Boden erfordert. Da diese Voraussetzung in anderen Ländern gegeben und der Import rund ums Jahr möglich ist, herrscht grosse Konkurrenz aus dem Ausland. Denn mit dem Heidelbeer-Boom nahm nicht nur der Anbau in der Schweiz, sondern auch der Import zu.

Kultur- und Wald-Heidelbeere

Die in der Schweiz angesiedelten Kultur-Heidelbeeren unterscheiden sich von den Wald-Heidelbeeren, denen man bei uns in den Bergen begegnet. Die Kultur-Heidelbeere stammt ursprünglich von der nordamerikanischen Wildform ab und nicht von der Europäischen. Im Gegensatz zur Wald-Heidelbeere färbt die Kultur-Heidelbeere die Zunge nicht blau, da das Fruchtfleisch weiss ist und der blaue Farbstoff fehlt. 

Die Sträuche der Kultur-Heidelbeere können bis 2 Meter hoch werden, während die heimisch-wilden Heidelbeersträuche vergleichsweise klein sind. Die Wald-Heidelbeeren sind zwar kleiner, dafür schmackhafter und der Vitamin-C-Gehalt ist 10 Mal höher als bei ihren Verwandten.

Nicht mit Rauschbeere verwechseln

Wer die wilden, aromatischen und vitaminreichen Heidelbeeren in den Bergen selber pflücken möchte, sollte aufpassen. Denn die Rauschbeere sieht ihr zum Verwechseln ähnlich und kann bei Verzehr Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Ein Unterschied zeigt sich jedoch in der Farbe des Fruchtfleisches, welches bei der Rauschbeere weiss und bei der Heidelbeere violett-blau ist. Auch die Form der Blätter unterscheidet die beiden Beeren voneinander.  

Heidelbeeren schmecken lecker, verursachen aber hartnäckige Flecken auf den Kleidern. Tipp: die Farbe mit Zitronensaft oder einer Scheibe Zitrone abreiben. Bei bereits eingetrockneten Flecken mit Milch oder Backpulver und Wasser behandeln.

Die blaue Beere als Heilmittel 

Die beliebte Beere lässt sich in vielerlei Formen verzehren, wie z.B. als Konfitüre, im Dessert, getrocknet oder roh und frisch. Die Heidelbeere kann auch eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt genossen werden. Sie ist vielseitig verwendbar, reich an Fruchtsäuren, Mineralstoffen wie Eisen, Gerbstoffen und Vitaminen und gilt daher als wertvolle Nährstoffquelle und Pflanzenheilmittel. 

Nicht selten findet daher die trendige Beere Verwendung in der traditionellen Naturmedizin. Getrocknet kann sie gegen Durchfall oder bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens helfen. Zur Heilung tragen vor allem die Gerbstoffe durch ihre entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung bei. Der hohe Ballaststoff-Gehalt stimuliert ausserdem die Darmtätigkeit und die enthaltenen Anthocyane sind starke Antioxidantien, welche freie Radikale im Blut abfangen und neutralisieren. Auch die Blätter der Heidelbeersträuche galten wegen ihren Inhaltsstoffen im Mittelalter als bewährtes Hausmittel bei Blasenschwäche, Rheuma, Gicht und Zahnfleischentzündungen. 

Heidelbeere oder Blaubeere

Ob die Blaubeere mit der Heidelbeere identisch ist, scheint oft unklar. Tatsächlich handelt es sich dabei um dieselbe Beere, da beide zur Gattung Vaccinium gehören. Innerhalb dieser Gattung gibt es bis zu 500 Unterarten, die alle anders heissen. Je nach Region wird entweder der eine oder andere Begriff verwendet.

Besing, Schwarzbeere, Mollbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere oder Moosbeere sind weitere Bezeichnungen für die kleine blaue Beere. Besonders in der Schweiz und im Süddeutschen Raum wird oft von der Heubeere gesprochen.

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