17.04.2018 13:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Verband
«Trinkwasser-Initiative verheerend»
Am vergangenen Freitag fand in Morges VD die Delegiertenversammlung des Schweizer Obstverbandes (SOV) statt. Zur Sprache kamen die Frostschäden und die Trinkwasser-Initiative. Die Bekämpfung der Initiative hat für den Verband oberste Priorität.

An der 20. Delegiertenversammlung wurden noch einmal die verheerenden Frostnächte von April 2017 thematisiert. «Heute kennen wir das Ergebnis dieser extremen Witterungsbedingungen: eine sehr schlechte Obsternte 2017», sagte Verbandspräsident Bruno Jud.

Versicherung für Ernteausfälle

Die Ernteausfälle fielen für die Produzenten teilweise gravierend. Mit Hilfe von Fondssuisse und Unterstützungen der Kantone wurde die finanzielle Situation etwas gemildert werden. Es brauche aber mehr. Die Frostversicherung sei ein erster Schritt, so Jud.

Obstverbanddirektor Georg Bregy ging ebenfalls auf die Frostnächte ein. «Das Risikomanagement auf den Betrieben muss besser werden. Im 21. Jahrhundert darf es in unserem Land nicht mehr geschehen, dass Naturereignisse betriebliche Existenzen gefährden», sagte Bregy. Können die Produzenten die Risiken nicht selber tragen, soll gemäss dem SOV eine branchenweite Lösung zum Tragen kommen. Dem Verband schwebt eine Ernteausfallentschädigung, ähnlich wie im Ausland, vor. «Wir arbeiten daran, dass in der nächsten Agrarpolitik-Runde die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen wird, dass der Bund Prämien subventionieren kann», erklärte Bregy.

Bevölkerung informieren

Grosse Sorgen macht sich der Obstverband wegen der Trinkwasser-Initiative. «Die Trinkwasser-Initiative schiesst klar über das Ziel hinaus und hätte bei einer Annahme verheerende Folgen für die einheimische Branche», erklärte Bregy. Die Bekämpfung der Initiative ist für den Verband von höchster Relevanz.

Ein Gegenvorschlag zur Initiative sei gefährlich und riskiere, die Landwirtschaft zu spalten, warnt Bregy. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, will der Verband auf den Online-Kanälen mit Kurzfilmen informieren. «Wir wollen Verbesserungen in der Produktionstechnik glaubhaft und transparent aufzeigen und die politische Diskussion eng begleiten», führte der Verbandsdirektor aus.

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