21.03.2018 14:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Luzern
Tropenhaus Wolhusen probt Reisanbau
Das Tropenhaus Wolhusen baut in seiner neuen Ausstellung Reis an. Auf drei übereinanderliegenden Terrassen wird gezeigt, wie das wichtige Nahrungsmittel gedeiht. Angebaut wird mit einer Methode, die umweltfreundlicher sein soll als der weitverbreitete Nassreisanbau.

«Heiliger Reis - die einzigen Reis-Terrassen der Schweiz» heisst die neue Ausstellung im Tropenhaus Wolhusen. «Heiliger Reis» deswegen, weil der Reis für die Hälfte der Weltbevölkerung ein Grundnahrungsmittel ist und in vielen Kulturen auch eine spirituelle Bedeutung hat.

Das Tropenhaus zeigt auf seinen drei Terrassen, wie der Reis in verschiedenen Wachstumsstadien gedeiht. Gepflanzt werden weisser, schwarzer und roter Jasmin-Reis. Zu sehen sei praktisch kein Unterschied zwischen den drei Reissorten, teilte das Tropenhaus am Mittwoch mit. Der Besucher könne aber an der Kulinarik-Station erfahren, wie stark sich die Körner voneinander unterscheiden würden.

Keine permanente Flutung

Im herkömmlichen Nassreisanbau werden die Felder permanent geflutet. Für die Produktion von einem Kilo Reis braucht es 5000 Liter Wasser. Zudem wird bei dieser Anbaumethode Methan freigesetzt, das die Ozonschicht zerstört. Themen wie Nachhaltigkeit und Verbrauch würden deswegen immer wichtiger, schreibt das Tropenhaus.

Das Tropenhaus habe sich deswegen für eine alternative Anbaumethode entschieden, heisst es in der Mitteilung. Die Reisfelder würden abwechselnd geflutet und trockengelegt. Damit könnten bis zu 30 Prozent Wasser gespart und die Methanbildung um bis zu 40 Prozent verringert werden.

Erfahrungen sammeln

Wie gut diese Anbaumethode im Tropenhaus funktioniert, wird sich weisen. Es müsse abgewartet werden, wie sich die Reispflanzen den klimatischen Bedingungen im Tropenhaus anpassen würden, heisst es in der Mitteilung. Wie gross der Ertrag des in Wolhusen gepflanzten Reises sein werde, sei schwer abzuschätzen, heisst es in der Mitteilung. Es könnten nicht die exakt gleichen Bedingungen erzeugt werden wie sie in den tropischen Anbauländern herrschten.

Ergänzt werden die drei Reisterrassen mit einem Erlebnisweg und interaktiven Stationen. Diese informieren über den Anbau, die Botanik, die Verarbeitung und die Zubereitung des Reises.

100 Kilo als Wunsch

Die drei Terrassen sind rund 60 Quadratmeter gross. Die Ernte sei das Ziel und der Wunsch, aber ob das gelinge, sei noch offen, sagt Andi Rieser vom Tropenhaus gegenüber der "Luzerner Zeitung". In asiatischen Ländern benötigt der Reis bis zur Ernte vier bis sechs Monate. "Bei uns in Wolhusen werden es deutlich mehr sein, weil die Pflanzen nicht genug Licht erhalten. Wir wissen auch nicht, wie viel Reis wir einmal ernten können. Wenn wir 100 Kilo schaffen, wäre das schon viel", erklärt Rieser.

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