21.07.2018 14:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Michael Wahl, lid
Gemüse
Überdurchschnittliche Ernte
Die Spargelsaison ist zu Ende. Die Ernte fiel überdurchschnittlich aus. Nie haben die Produzenten mehr weisse Spargeln gestochen als heuer.

Ende Juni haben Raphael Peterhans und sein Team die letzten Spargeln auf dem Spargelhof in Rafz ZH gestochen. Der Betriebsleiter zeigt sich mit der Saison 2018 zufrieden. "Wir verzeichnen gute Erträge, die Erntebedingungen waren ideal und Frostnächte wie im letzten Jahr gab es heuer zum Glück keine." Einziger Wermutstropfen: Die Grünspargel-Ernte fiel schlecht aus. Peterhans sieht den Grund dafür im Hagelschlag, der im letzten Jahr den Grünspargeln arg zugesetzt und sie geschwächt hat.

Rekordhohe Bleichspargel-Ernte

Die ersten Spargeln haben Peterhans und sein Team Mitte April gestochen, 3 Wochen später als im Vorjahr. War es anfangs Ernte noch kühl, stieg das Thermometer bald an und damit auch die Erntemengen. Die warmen Temperaturen haben laut Peterhans zwar das Wachstum angeregt, aber teilweise auch zu Verfärbungen und offenen Spitzen bei den Spargeln geführt.

Die Saison 2018 fällt schweizweit ertragsmässig gut aus. Rund 780 Tonnen Spargeln haben die Produzenten gemäss Angaben der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau und Spezialkulturen gestochen. Das sind zwar leicht weniger als im Vorjahr, aber rund 5 Prozent mehr als im Schnitt der letzten 5 Jahre. Weisse Spargeln verzeichnen mit 460 Tonnen gar einen Rekord. Bei den grünen Spargeln fällt die Ernte mit 320 Tonnen rund 10 Prozent kleiner aus als im Vorjahr.

Zum richtigen Zeitpunkt gewachsen

Florian Sandrini ist mit der diesjährigen Spargelsaison zufrieden. Der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Spargelmarkt spricht von einer sehr konzentrierten Ernte. "Der Start ist leicht später erfolgt als im Vorjahr, dafür kamen dann schnell grosse Mengen, die aber ebenso schnell wieder zurückgingen." Nach den tiefen Temperaturen im Februar und März seien die Spargeln mit dem wärmeren Wetter förmlich explodiert.

"Die grossen Mengen kamen zum richtigen Zeitpunkt, als der Appetit der Konsumenten auf Spargeln gross war", erklärt Sandrini. Einen Preiszerfall wie in Deutschland, wo der Absatz der Grossernte harzte, habe es in der Schweiz nicht gegeben. Die Grossverteiler hätten mitgeholfen, Schweizer Spargeln zu vermarkten, betont Sandrini. Gegen Saisonende habe es an Niederschlag gefehlt, was das Wachstum verlangsamte habe und das Spargel-Angebot schrumpfen liess.

Schweizer Spargeln sind auf dem Vormarsch

Die Schweizer Gemüseproduzenten haben in den letzten Jahren die Spargelproduktion stark ausgebaut. Die Anbaufläche hat sich seit 2007 mehr als verdoppelt, auf 390 Hektaren im Jahr 2017. Dennoch deckt die hiesige Produktion nur rund 7 Prozent des Bedarfs ab: von den 11’000 Tonnen, die 2017 verkauft wurden, stammten lediglich 800 Tonnen von hiesigen Äckern. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei 1,4 kg.

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