10.02.2020 08:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Frankreich
Virus mit Einfuhrkontrollen stoppen
In Frankreich sollen nach einer Warnung des Amtes für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit (ANSES) vor dem „Tomato Brown Rugose Fruit Virus“ (ToBRFV) Einfuhrkontrollen die Einschleppung des Erregers verhindern.

Wie das Landwirtschaftsministerium am vergangenen Donnerstag  mitteilte, werden Tomaten-, Peperoni- und Chilipflanzen sowie Saatgut dieser Arten beim Import aus Ländern, in denen das Virus nachgewiesen ist, systematisch untersucht.

Präventionsstrategie

Die Notfallmassnahme sei Teil einer umfassenden Präventionsstrategie, die im Rahmen der europäischen Regelungen für eingeführte Pflanzen umgesetzt werde. Die Bedrohung durch das Virus werde sehr ernst genommen, betonte das Ministerium. Im laufenden Jahr werde die diesbezügliche Überwachung auf mehr als 350 Inspektionen in Peperoni, Tomaten und Auberginenkulturen sowie mehr als 500 Stichproben in symptomlosen Beständen ausgeweitet.

Neben den Landwirten seien auch alle Hobbygärtner aufgefordert, beim Kaufvon Tomatensamen und -pflanzen wachsam zu sein und alle Auffälligkeiten sofort an die regionalen Aussenstellen des Landwirtschaftsministeriums (DRAAF) zu melden. Das ANSES hatte erst am Montag vor einem hohen Risiko der Einschleppung und Verbreitung des ToBRFV gewarnt und empfohlen, eine staatliche Strategie zu erarbeiten, die unter anderem eine möglichst frühzeitige Erkennung, ein koordiniertes Vorgehen und die fachlich korrekte Bekämpfung der Krankheit sicherstellen solle.

Virus einfach übertragbar

Das ToBRFV kann nach Angaben des ANSES durch Saatgut, Pflanzenteile und Früchte über weite Strecken verbreitet und durch einfachen Kontakt übertragen werden sowie ferner mehrere Monate ausserhalb der Pflanze überleben, ohne an Infektionskraft einzubüssen. Bei einem Befall mit ToBRFV ist mit erheblichen wirtschaftlichen Einbussen zu rechnen. Tobamo-Viren zählen zu den gefährlichsten Pflanzenviren.Sie ausserordentlich langlebig und nach 50 Jahren noch infektiös in getrocknetem Pflanzensaft. Sie sind höchst aggressiv und ansteckend.

Neben den Aufklärungsbemühungen sollten dem ANSES zufolge auch die Forschungsaktivitäten um das ToBRFV ausgeweitet werden. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen trat der Erreger erstmals 2014 in Israel und im folgenden Jahr in Jordanien auf. 2018 sei es zum ersten Nachweis in Deutschland und damit Europa sowie in Mexiko gekommen.

Im vergangenen Jahr sei Befall aus Italien, den USA, China, den Niederlanden, der Türkei sowie England und Griechenland gemeldet worden. Deutschland gilt laut den Kammerangaben nach erfolgreichen Bekämpfungsmassnahmen seit Juli 2019 wieder als befallsfrei.

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