10.07.2018 08:34
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Obst
Vom Viehhändler zum Pfirsich-Bauer
Nach erfolglosen Versuchen mit Aprikosen erntet Heinrich Hummel aus Gunzgen SO erstmals Pfirsiche. Bis es soweit war, braucht er viel Ausdauer und Leidenschaft.

Vor zehn Jahren baute Heinrich Hummel am Dorfrand auf 50 Aren Pachtland 200 Aprikosen- und Pfirsichbäume an. Doch von den einst vielen Pflanzen stehen noch gerade 20. Und es sollen immer weniger werden, berichtet die «Solothurner Zeitung». Die Früchte würden in unserem Klima kaum ohne massiven Pflanzenschutz gedeihen. Die meisten fielen der Monilia, einer Pilzerkrankung, die sich durch verwelkte Blüten, absterbende Triebe und faulende Früchte zeigt, zum Opfer.

Der Kollege mit dem Hummel damals die Obstanlage anlegte, hat seine Aprikosen daher weitgehend gerodet. Ersetzt hat er sie mit drei Pfirsichsorten Royal Gloria und die beiden späteren Sorten Red Haven und Benedicte. Nach Hagel und Frost in vergangenen Jahren stehe heuer die erste gute Ernte an, heisst es im Artikel weiter. Die 20 Aprikosenbäume zusammen würden lediglich rund 30 Kilogramm Früchte liefern, wobei die Pfirsiche gleich pro Baum 5 bis 20 Kilogramm abwerfen. Und dies bei weniger Pflegeaufwand. Neben Bodenpflege und richtigem Baumschnitt sind es vor allem die Düngung und zwei Kupferspritzungen im Hochwinter.

Der Pfirsichanbau in der Schweiz wäre durchaus möglich, so die «Solothurner Zeitung». Dagegen spreche im Erwerbsanbau eher der fehlende Zollschutz und die im Vergleich zum Ausland zu hohen Produktionskosten für das aus Asien stammende Steinobst.

Absatzprobleme kennt Hummel nicht. Er habe immer ein paar Kisten mit dabei, wenn er als Viehhändler auf Tour sei. Auch in Gunzgen seien seine Früchte erhältlich. Unter Aufsicht darf man die Früchte direkt ab Baum lesen. Zudem sind die Pfirsiche im örtlichen Volg und beim Kreuzplatzhof in Boningen erhältlich. 

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