27.11.2014 09:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
VS: Weinbranche für strengere Kontrollen
Nach verschiedenen Affären, welche die Walliser Weinbranche in den vergangenen Monaten durchgeschüttelt haben, will auch der Branchenverband der Walliser Weine die Kontrollen verstärken. Er fordert, das künftig nur noch eine Kontrollbehörde die Weinbranche überwacht.

Die Informationen zu den Weinbauflächen und der Produktion müssen künftig von der gleichen Behörde kontrolliert werden, wie der Branchenverband im am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht «Viti Horizon 2020» festhielt.

Fehlende Transparenz

Für die Weinbauflächen sei derzeit das Amt für Landwirtschaft, für die Produktion aber das Kantonslabor zuständig. Das aktuelle System schaffe nicht die gewollte Transparenz. Der Branchenverband verlangt zudem klare Regeln für Verstösse. Die Sanktionen sollen besser definiert werden, auch wenn sie sich auch künftig zwischen Verwarnung und Strafanzeige bewegen sollen. Es brauche klare Spielregeln, zudem müsse der Verhältnismässigkeit und der Absicht hinter dem Fehlverhalten Rechnung getragen werden.

Der Bericht stellt auch die Grundkriterien für die Produktion von AOC-Weinen in Frage. Der Branchenverband will eine neue Kategorie von Weinen einführen, für die strengere Regeln gelten. Dafür soll ein Pflichtenheft ausgearbeitet werden. Über die Strategie «Viti Horizon 2020» diskutiert der Branchenverband der Walliser Weine seit Anfang Jahr. Bis im März will sich die Weinbranche auf eine gemeinsame Vorlage einigen.

Weinkontrolle beschäftigt auch Politik

Erst Anfang November hatte die Walliser Regierung eine Verschärfung der Weinkontrollen angekündigt. Der Staatsrat will eine zentrale Datenbank einführen, damit die Herkunft des Weines vom Rebstock an nachgezeichnet werden kann.

Zudem soll der Informationsaustausch zwischen den kantonalen Behörden und den Bundesbehörden verbessert werden. Künftig soll so kontrolliert werden können, ob sich die Daten der Weinkellerei, der Buchhaltung und der Steuererklärungen nicht widersprechen. Die strengeren Regeln sollen bereits bei der Weinlese im Herbst 2015 gelten.

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