1.08.2015 16:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Italien
Weinernte muss in Italien wegen Hitzewelle vorverlegt werden
Die italienische Landwirtschaft bekommt die Auswirkungen der seit Wochen anhaltenden Hitzewelle zu spüren. In mehreren italienischen Regionen muss die Weinernte auf Anfang August vorverlegt werden, weil die Trauben dank der hohen Temperaturen bald reif sein werden.

Auf Sizilien und in Kalabrien drohen die Weintrauben auszudörren. Dort waren in den vergangenen Tagen Temperaturen von über 40 Grad gemessen worden.

Im Piemont, im Veneto und der Toskana, sowie in der renommierten lombardischen Weingegend Franciacorta wurde der Beginn der Weinernte auf den 10. August vorverlegt. Das sind etwa zehn Tage früher als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre, wie der Direktor des Konsortiums der Weinproduzenten der piemontesischen Stadt Asti sagte.

20-prozentiger Produktionsrückgang

Die Weinerzeuger rechnen mit einem 20-prozentigen Produktionsrückgang aber ausserordentlich hoher Qualität. Bei den Weissweinen soll laut Experten vor allem der Chardonnay exzellent sein. Bei den Rotweinen aus Italien versprechen besonders der Sangiovese aus der Toskana und der Montepulciano Gaumenfreuden für Weinkenner. Die Weinproduktion in Italien beschert jährlich etwa 8,5 Mrd. Euro und beschäftigt 1,2 Millionen Personen.

Millionenschäden

Die italienischen Bauern klagen über Schäden in Millionenhöhe wegen der extremen Hitze in diesem Juli, der heisseste der letzten 150 Jahre. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti bezifferte die Schäden wegen der Rekordhitze auf 200 Millionen Euro. Vor allem Obstbäume, Mais- und Gemüsefelder seien betroffen.

Auch bei der Milch-, Eier- und Honigproduktion sei es zu Rückgängen gekommen, weil die Tiere von den hohen Temperaturen schwer mitgenommen werden. Die Milchproduktion sei wegen der Hitze um 15 Prozent gesunken. Dies bedeute einen Rückgang von 100 Mio. Liter Milch pro Monat.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE