Dienstag, 28. September 2021
23.07.2021 06:31
Gemüse

Die süsse Exotin auf Schweizer Feldern

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: lid

Erstens: Die Melone ist keine Frucht, sondern ein Gemüse. Zweitens: Die Südländerin wird tatsächlich auch in der Schweiz angebaut und hat jetzt Saison.

Botaniker gehen davon aus, dass die meisten Melonenarten ursprünglich aus Afrika kommen. Entsprechend mag die Melone ein ausgeglichenes, warmes und eher trockenes Klima. Das Gewächs wird vor allem in subtropischen Gebieten kultiviert und macht grosse und saftreiche Beerenfrüchte.

Die Melone ist aber keine Frucht, sondern gehört zur Familie der Kürbisgewächse – also zum Gemüse. Unterschieden wird hauptsächlich zwischen Wasser- und Zuckermelonen. In der Botanik werden diese Melonenarten untereinander aber nicht als Verwandtschaftsgruppe angesehen: Die Zuckermelonen sind nämlich enger mit den Gurken verwandt als mit den Wassermelonen.

Sortenvielfalt

Bei den Wassermelonen gibt es weltweit hunderte gar tausende Sorten, die zum Anpflanzen zur Verfügung stehen. Sie variieren in Form, Grösse sowie innerer und äusserer Farbe. Auch die Zuckermelone gibt es in einer Vielzahl an Varietäten und Sorten, die in Europa in drei Grossgruppen gegliedert werden: Die Wintermelonen, zu denen unter anderem die Honigmelone zählt; die Netzmelonen, zu denen die Galiamelone gehört und die Cantaloupemelonen, zu denen die Sorte Charentais gehört.

2019 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weltweit fast 100’415’000 Tonnen Wassermelonen geerntet. Die grösste Wassermelonenproduzentin ist China, wo 60 Prozent der weltweit geernteten Wassermelonen angebaut werden. In Europa wurden 2019 insgesamt rund 5,8 Millionen Tonnen geerntet. Die grössten Wassermelonenproduzenten in der EU waren Spanien, Italien und Griechenland.

Die Weltjahresernte der Zuckermelonen betrug 2019 laut Zahlen der FAO 27,5 Millionen Tonnen. Auch hier baute China mit 13,5 Millionen Tonnen und fast 50 Prozent am meisten aller weltweit geernteten Zuckermelonen an. Rund 2 Millionen Tonnen Zuckermelonen wurden 2019 auch in Europa geerntet. In der EU gehören neben Spanien noch Rumänien, Italien und Frankreich zu den Hauptanbaugebieten.

Schweizer Melonen

In der Schweiz werden vor allem Charentais, Netzmelonen, Honigmelonen und Galiamelonen angebaut. Der Anbau ist allerdings verschwinden klein und nur eine Handvoll Landwirtinnen und Landwirte stellen sich den klimatischen Herausforderungen und den grossen Unsicherheiten in der Produktion der Melonen: Letztes Jahr wurden in der Schweiz 4 Tonnen Melonen geerntet.

Bei einem Pro-Kopf-Konsum von rund 3,3 Kilogramm konnten also nur rund 1’200 Personen ihren Konsum mit Schweizer Melonen decken. Daneben wurden rund 28’290 Tonnen Melonen importiert. Wassermelonen waren gegenüber Zuckermelonen noch um einiges beliebter: Hier wurden rund 40’100 Tonnen aus dem Ausland eingeführt.

Hohler Genuss

Reife Wassermelonen klingen beim Klopfen hohl und bei Zuckermelonen ist es ein dumpfer Ton. Unreife Melonen hingegen geben kaum ein Geräusch von sich. Eine reife Melone ist zudem schwerer als eine gleich grosse unreife. Obwohl Melonen noch nachreifen können, haben ausgereifte Melonen bereits auf dem Feld das intensivste Aroma und riechen süsslich. Melonen sind nicht allzu lange haltbar und verlieren schon nach rund einer Woche ihr Aroma.

Wassermelonen bestehen zu rund 90 Prozent aus Wasser, bei Zuckermelonen ist der Wasseranteil mit rund 85 Prozent etwas tiefer. Der hohe Wassergehalt und der zum Teil hohe Anteil an Vitamin A und C sowie an Lithium und Zink machen Melonen während der Saison im Sommer zu einem gesunden und willkommenen Durstlöscher.

Hingegen ist der Gehalt an Vitamin E, Folsäure, Eisen und Kalzium im Vergleich zu anderen Obst- und Gemüsearten eher gering.In der Küche sorgt das fruchtige Gemüse für einen exotischen Hauch im Teller und verleiht vielen Rezepten das besondere Etwas. Wasser- und Zuckermelone eignen sich besonders als frische Kick in Salaten und Desserts, bringen aber auch grilliert etwas einzigartig Süsses auf den Tisch. Püriert und mit Tequila, Rum oder Wodka gemixt, macht die Melone zudem auch als Sommerdrink Lust.

Mehr zum Thema
Pflanzen

Durch die Fernbeobachtung mit Drohnen können viel mehr Bäume in kurzer Zeit gemessen werden als mit den klassischen physiologischen Messungen am Boden. - WSL Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald,…

Pflanzen

Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) berichtete, setzten die Kantone Bern, Waadt und Luzern jeweils mehr als 1 Milliarde Franken um. - Otto Graf Der Produktionswert des Primärsektors in der…

Pflanzen

zvg Letztes Jahr wurde der Produktionswert im Primärsektor der Schweizer Forstwirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent auf 12,6 Milliarden gesteigert. Die Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung (FGR) gibt darüber Auskunft, wie viel…

Pflanzen

Die Waldfläche wächst derzeit vor allem in den Alpen. - Simon Speich Der Mittelpunkt des Schweizer Waldes liegt an einem neuen Ort: Zwischen den Jahren 2009 und 2017 verschob er…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE