Montag, 17. Mai 2021
03.05.2021 09:50
Wald

Amazonas-Regenwald stösst mehr CO2 aus als er absorbiert

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Von: sda

Aus dem Amazonas-Regenwald ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahrzehnt fast 20 Prozent mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt als von der sogenannten grünen Lunge des Planeten aufgenommen werden konnte. Die Zahlen zeigen demnach erstmals, dass der brasilianische Amazonas-Regenwald gekippt ist und jetzt ein Netto-Emittent ist.

Das sagte Co-Autor Jean-Pierre Wigneron vom französischen Nationalen Institut für Agronomieforschung (Inra) in der Zeitschrift «Nature Climate Change», wo die Studie veröffentlicht wurde.

Zunehmende Zerstörung

Diese verglich dazu die Menge des vom Wald aufgenommen CO2 mit der durch Brandrodung und Zerstörung freigesetzten Kohlenstoffdioxid. «Wir wissen nicht, ab welchem Punkt diese Veränderung irreversibel werden könnte», lässt sich Wigneron zitieren.

Zwischen 2010 und 2019 nahm das Amazonas-Becken laut der Studie rund 13,9 Milliarden Tonnen CO2 auf, gab aber 16,6 Milliarden Tonnen ab. Die Studie zeigt auch die zunehmende Zerstörung des Waldes durch Brände und Holzfäller. Das Ausmass der Entwaldung stieg demnach 2019 im Vergleich zu den Vorjahren um fast das Vierfache an, von rund einer Million Hektar auf 3,9 Millionen – eine Fläche von der Grösse der Niederlande.

Grund auch Politik

Einen Grund dafür sehen die Forscher auch in der Politik. Nach dem Amtsantritt des  Präsidenten Jair Bolsonaro im Januar 2019 habe es eine deutliche Schwächung von Umweltschutzmassnahmen gegeben, hiess es in einer Mitteilung der Inra.

Intakte Ökosysteme spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels und der steigenden CO2-Emissionen, die 2019 mehr als 40 Milliarden Tonnen betrugen. In den vergangenen 50 Jahren haben Pflanzen und Böden etwa 30 Prozent dieser Emissionen absorbiert, Ozeane mehr als 20 Prozent. Der tropische Regenwald nimmt besonders viel CO2 auf, etwa die Hälfte dieser Wälder liegt im Amazonasbecken.

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5 Responses

  1. Klar, da nun das Wetter nicht so mitspielt (es ist ausserordentlich kühl), dann müssen eben irgendwelche Studien her. Die Franzosen eignen sich immer gut, wenn es darum geht, irgend etwas zu um-interpretieren.
    Wie kann jemand messen, wie viel CO2 vom Regenwald emittiert oder aufgenommen wird? Das sind alles nur Schätzungen und Hochrechnungen. Und seltsamerweise geben die immer die für die politischen Eliten gewünschten Resultate. 5 x NEIN am 13. Juni!

    1. Herr Furrer, das Tageswetter hat mit dem Globalen Klima nichts zu tun.
      Sie drehen sich immer also so zurecht, wie es ihnen passt.
      Wissen sie wieviel CO2 im Holz und im Gegensatz in der Soja Bohne gespeichert wird?
      Haben Sie auch mal was von Erosion gehört?
      Der Dümmste erkennt den Nutzten von Wäldern, insbesondere von einem Wald wie am Amazonas.
      Nutzung der Natur hat schon immer nur ausbalanciert funktioniert. Das gilt auch in Zukunft, z.B. CO2, Schädlingsbekämpfung Milbe bis Wolf etc.

      1. Wenn jetzt heisses Wetter wäre, würden die Zurechtbieger das als Beleg für die Klimaerwärmung nehmen. Weil es nun kühl ist, suchen sie irgendwelche Studien, die ihrer Theorie entspricht. Ich biege nichts zurecht. Wenn man nämlich das Klima (oder den CO2-Gehalt der Luft) über Tausende von Jahren betrachtet, dann haben wir eher kühle Zeiten (kleine Eiszeit) und keine katastrophale Erwärmung. Die Grünfläche der Erde (inkl. Wald) hat um die 500 fache Fläche der Schweiz zugenommen, dank dem CO2.

          1. Es geht nicht darum, einfach Studien zu zitieren, sondern es geht um das grosse ganze Bild. CO2 ist ein Pflanzennährstoff, CO2 ist im Gleichgewicht mit der Natur, 97% des CO2 ist natürlich (und kommt nicht vom Menschen), mehr CO2 ist gut für das Pflanzenwachstum, wie auch die Zunahme der Grünfläche um 20 Mio km2 seit 1982 bis 2012 zeigt. Diese Studien von sda und SB werden zitiert, weil die „beweisen“ sollen, dass wir dem CO2-Gesetz zustimmen sollen. Das ist Manipulation der Wähler!

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